350 Euro Kaltmiete: Neubrandenburg günstigste Hochschulstadt in MV
Neubrandenburg günstigste Hochschulstadt in MV

Für 350 Euro im Monat eine Wohnung in Neubrandenburg? Wer mit einem Studienplatz am Tollensesee auch ein Dach über dem Kopf sucht, dürfte bei dieser Zahl aufhorchen. Allerdings ist sie kein konkretes Wohnungsangebot: Das Immobilienportal Immowelt hat für seinen Vergleich die Nettokaltmiete einer 40 Quadratmeter großen Bestandswohnung aus den 1990er-Jahren modelliert. Nebenkosten und Heizung kommen noch hinzu.

Rostock mit höchstem Wert in MV

Unter fünf untersuchten Hochschulstädten in Mecklenburg-Vorpommern ist Neubrandenburg mit diesem Wert aber die günstigste. In Stralsund errechnet Immowelt 375 Euro, in Schwerin 384 Euro und in Greifswald 422 Euro. Rostock liegt mit 461 Euro deutlich darüber. Wismar ist in der Auswertung nicht enthalten.

Grundlage der Werte sind inserierte Angebote, aus denen das Portal die Mieten zum 1. September 2026 berechnet hat. Die Immowelt-Zahlen sagen allerdings nichts darüber aus, wie leicht sich eine Wohnung zum errechneten Preis tatsächlich finden lässt.

BAföG-Pauschale als Vergleichswert

Ein guter Vergleichswert ist die BAföG-Wohnpauschale, die aktuell 380 Euro beträgt. Sie würde die modellierte Kaltmiete in Neubrandenburg also um 30 Euro übersteigen. In Rostock fehlten dafür bereits 81 Euro – bevor die erste Heizkostenabrechnung ins Haus kommt. Bezogen auf den angesetzten BAföG-Höchstsatz von 992 Euro würde die Kaltmiete in Neubrandenburg gut 35 Prozent verschlingen, in Rostock rund 46 Prozent.

Deutschlandweit ist Neubrandenburg allerdings kein Spitzenreiter beim Sparen: In 40 der 138 untersuchten Hochschulstädte fällt die modellierte Kaltmiete niedriger aus. So liegen die Werte in Chemnitz (234 Euro), Cottbus mit 296 Euro oder Frankfurt (Oder) mit 316 Euro deutlich unter Neubrandenburg. Halle ist mit 349 Euro genau einen Euro günstiger. Im Westen zeigen etwa Gelsenkirchen mit 278 Euro und Bochum mit 332 Euro, dass niedrige Mieten kein ausschließlich ostdeutsches Phänomen sind.

München am oberen Ende

Am anderen Ende der Skala steht München: Dort setzt Immowelt für dieselbe Modellwohnung 862 Euro Kaltmiete an. In Berlin sind es 584 Euro, in Hamburg 557 Euro. Leipzig liegt mit 386 Euro nur 36 Euro über Neubrandenburg, Potsdam mit 516 Euro schon deutlich höher. Die Wahl des Hochschulortes kann damit schon weit vor dem Beginn des ersten Semesters einen erheblichen Unterschied beim monatlichen Budget machen.

Vergleich von Wohnheim- und WG-Kosten

Eine eigene Wohnung ist aber nur eine Möglichkeit. Ein Kostenvergleich aus dem Vorjahr zeigte, dass natürlich all jene besonders günstig wegkommen, die bei den Eltern wohnen. Für Wohnheim und WG ergaben sich deutlich höhere Gesamtkosten – vor allem in wenig studentisch geprägten Städten wie Neubrandenburg, wo das Angebot an Wohnheimplätzen und Wohngemeinschaften vergleichsweise gering ist.

Wie gefragt Wohnheimplätze in Mecklenburg-Vorpommern derzeit sind, zeigen aktuelle Zahlen der Studierendenwerke im Land. Demnach kamen auf knapp 100 neu belegte Zimmer in Neubrandenburg rund 170 Bewerbungen. Deutlich angespannter ist die Lage an den Standorten Rostock, Wismar und Stralsund, wo für jedes freie Zimmer mehr als drei Bewerber gezählt wurden. Noch unausgewogener ist das Verhältnis in Greifswald, wo sich fast sieben Bewerber um einen freien Platz bemühten.