Seit Montag pendelt die neue Regiobuslinie MV 83 zwischen Neubrandenburg und Greifswald. Der erste Bus startete um 5.50 Uhr am Busbahnhof in Neubrandenburg und erreichte nach planmäßigen 75 Minuten die Hansestadt. Mit dabei waren zunächst zwei Passagiere, auf dem Rückweg stieg ein weiterer Fahrgast zu. Zur Mittagsfahrt um 11.50 Uhr kamen in Neubrandenburg zwei weitere Reisende hinzu.
Fahrplan und Kosten der neuen Linie
An Wochentagen fährt der Bus viermal täglich in beide Richtungen, an Wochenenden und Feiertagen zweimal. Eine einfache Fahrt kostet 3,50 Euro. Zwischenstationen gibt es in Altentreptow und Jarmen. Der 40-Sitzer ist acht Jahre alt und hat am Montag die 400.000-Kilometer-Marke überschritten, wie Busfahrer Jörg Schubert berichtete.
Für den Rest des Jahres 2026 kostet die Linie knapp 167.000 Euro. Davon übernimmt das Land Mecklenburg-Vorpommern 101.000 Euro, das entspricht 2,13 Euro pro Leistungskilometer.
Politiker sprechen von Meilenstein
Landrat Thomas Müller (CDU) aus der Mecklenburgischen Seenplatte betonte, es sei der erste Regiobus, der nicht durch Kreisgrenzen ausgebremst werde. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) nannte die Verbindung einen „Meilenstein“ und sprach von „zwei Oberzentren“, die nun zu „einer gemeinsamen Wirtschaftsregion“ verbunden seien. Die Mobilitätsoffensive des Landes aus dem Jahr 2023 habe das Ziel, „den ländlichen Raum an die Zentren anzubinden“.
Neubrandenburgs Oberbürgermeister Nico Klose (parteilos) zeigte sich zufrieden mit den Haltepunkten Altentreptow und Jarmen. Die Zahl der Zwischenstopps halte die Reisezeit „in einem angemessenen Rahmen“. Die schnelle Umsetzung zeige, „was funktionieren kann, wenn Verwaltungen und Ministerien an einem Strang ziehen“.
Unterstützung aus der Region
Vorpommern-Greifswalds Vize-Landrat Falko Haack (CDU) räumte ein, dass sein Landkreis sich die Linie allein nicht hätte leisten können. Die SPD-Landtagsabgeordnete Anna-Konstanze Schröder aus Sassen-Trantow sagte, im Herzen seien die vier Städte „schon lange verbunden“, jetzt seien sie es endlich auch per Bus.
Frank Benischke von der Industrie- und Handelskammer in Neubrandenburg erinnerte an eine Zugpanne in Vorpommern: „Wer das mal erlebt hat, zwei Stunden lang in Pasewalk im Regen zu stehen, weiß Busse erst richtig zu schätzen.“ Besonders für Berufspendler sei die Linie mit einer Stunde und 15 Minuten ein Gewinn.
Torsten Grahn von der Mecklenburgisch-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft bezeichnete Mobilität „einen Teil der Daseinsvorsorge“, auch in Zeiten von Homeoffice. Landrat Thomas Müller versicherte, „in einem kritischen Austausch mit der Bahn“ zu bleiben, damit das Schienennetz nicht vernachlässigt wird.
Entscheidung über Zukunft bis Jahresende
Wie die 18 anderen Regiobuslinien im Land ist auch die neue Linie so getaktet, dass in Züge oder Rufbusse umgestiegen werden kann. Ausfinanziert ist sie vorerst bis zum Jahresende. Bis dahin werden die Fahrgastzahlen beobachtet und entschieden, ob die Linie dauerhaft im Programm bleibt. Bereits im Vorfeld gab es viele Anfragen zur Linie. Die Abfahrts- und Ankunftszeiten sind unter www.mvvg-bus.de im Internet abrufbar.