Am Amtsgericht Waren an der Müritz muss sich an diesem Dienstag eine Autofahrerin aus Berlin für einen Unfall verantworten, bei dem ein Kleinkind ums Leben kam. Die Staatsanwaltschaft legt der 34-Jährigen fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs zur Last.
Unfall am 12. Mai 2025 auf der B96
Der Unfall ereignete sich am 12. Mai 2025, einem Montagnachmittag, gegen 14.30 Uhr auf der Bundesstraße 96 südlich von Neustrelitz, unweit des Abzweigs nach Godendorf. Die Frau war mit ihrem Mercedes in Richtung Berlin unterwegs. Sie soll trotz eingeschränkter Sicht vor einer Bergkuppe äußerst riskant überholt haben.
Dabei stieß ihr Auto frontal mit dem entgegenkommenden BMW eines Rentners zusammen. Der damals 72-Jährige hatte laut Polizei noch versucht, dem herannahenden Mercedes auszuweichen, was jedoch misslang.
Baby stirbt an der Unfallstelle
Die 34-Jährige, ihre damals 20 Jahre alte Beifahrerin und der Fahrer des zweiten Autos aus der Uckermark wurden schwer verletzt und kamen in Krankenhäuser. Das erst wenige Monate alte Baby der jungen Beifahrerin, das hinten im Wagen der 34-Jährigen saß, wurde so schwer verletzt, dass es noch an der Unfallstelle starb.
Bundesstraße stundenlang gesperrt
Die Bundesstraße war nach dem Unfall fast drei Stunden zwischen Neustrelitz und Fürstenberg in beide Richtungen gesperrt. Der Sachschaden wurde auf etwa 52.000 Euro geschätzt. Auf Weisung der Staatsanwaltschaft war zur genauen Ermittlung des Unfallhergangs auch ein Dekra-Sachverständiger eingeschaltet worden.
Zum Prozess werden nach Nordkurier-Informationen der Rentner aus dem entgegenkommenden Auto und auch die damalige Beifahrerin als Zeugen erwartet.