Vorpommern-Magistrale: Blank fordert vom Bund sieben Millionen Euro
Vorpommern-Magistrale: Blank fordert Bundesmittel

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) hat anlässlich der Verkehrsministerkonferenz im bayerischen Hohenschwangau vom Bund verbindliche Zusagen für den Ausbau der Bahnverbindung Berlin – Greifswald – Stralsund – Sassnitz verlangt. Die als Vorpommern-Magistrale bekannte Strecke müsse endlich vorankommen.

Sieben Millionen Euro für Planung gefordert

„Wir erwarten, dass der Bund die notwendigen sieben Millionen Euro für erste Planungsleistungen im Bundeshaushalt 2027 absichert“, erklärte Blank auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Im Zusammenhang mit dem LNG-Standort Mukran wurden klare Zusagen gemacht, die eingehalten werden müssen.“

Der Ausbau der Vorpommern-Magistrale ist früheren Angaben zufolge mit etwa 500 Millionen Euro veranschlagt. Zwischen Berlin und Stralsund soll die vorhandene Strecke für eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde ausgebaut werden. Der Bund hatte den beschleunigten Ausbau während der Diskussion um das umstrittene Rügener LNG-Terminal 2023 in Aussicht gestellt. In der Region kamen jedoch schon 2024 Zweifel an der Umsetzung wie versprochen auf. Das Bundesverkehrsministerium hatte das nötige Geld für die Planung für den Bundeshaushalt 2025 angemeldet – doch weiter ist bisher nichts passiert.

Bahn als Schwerpunktthema der Konferenz

Die Bahn soll ein Schwerpunktthema bei der Verkehrsministerkonferenz sein, die seit Mittwoch läuft und heute endet. Der Bund wird von den Länderministern mit Forderungen nach mehr Geld konfrontiert. „Der Bund muss seiner Verantwortung für eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur gerecht werden“, sagte Blank. „Wir brauchen dringend mehr Regionalisierungsmittel, um das bestehende Angebot im Schienenpersonennahverkehr zu sichern.“

Die Länder haben nach Angaben aus dem Schweriner Ministerium bis 2031 einen zusätzlichen Bedarf von rund 14 Milliarden Euro errechnet. Steigende Trassenpreise – die Gebühren für die Schienenbenutzung an die DB InfraGo – würden die finanzielle Lage der Länder zusätzlich verschärfen. Infolge von Gerichtsurteilen drohten bis 2028 weitere Steigerungen der Trassenpreise um rund 15 Prozent.

Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der im März die Trassenpreisbremse gekippt hatte, durch die die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr von stark steigenden Trassenpreisen ausgenommen waren. Die Schienenmaut fällt für Güter-, Fern- und Regionalverkehr unterschiedlich hoch aus. Im Schienenpersonennahverkehr will DB InfraGo für 2027 ein Plus von 7,7 Prozent, 2028 sollen die Gebühren noch einmal kräftig steigen. Das könnte auch die Ticketpreise teuer machen.

Fernverkehrsanbindung Mecklenburg-Vorpommerns

Für Blank ist auch die Anbindung Mecklenburg-Vorpommerns an den Fernverkehr ein Thema. Eine langfristig gesicherte und attraktive Fernverkehrsanbindung des Landes sei essenziell, betonte er. Dazu gehörten regelmäßige Direktverbindungen in die großen Metropolen, verlässliche Anschlüsse sowie bedarfsgerechte Fahrzeiten für Pendler, Geschäftsreisende, Studierende und Urlaubsgäste. Dass aktuell einige Fernverkehrszüge aus Mecklenburg-Vorpommern den Knotenpunkt Hamburg Hauptbahnhof nicht mehr direkt anfahren und sich dadurch die Reisezeiten etwa aus Rostock und Schwerin spürbar verlängern, dürfe nur vorübergehend sein, forderte er.

Die Ankündigung der Deutschen Bahn von Anfang Oktober, täglich mehrere ICE-Züge aus Mecklenburg-Vorpommern bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember nicht mehr am Hamburger Hauptbahnhof halten zu lassen, hatte in MV für viel Kritik gesorgt. Stattdessen halten diese ICE aktuell nur in Hamburg-Bergedorf, dort müssen die Passagiere in einen Regio umsteigen.