Der Rohbau der neuen Johann-Heinrich-von-Thünen-Schule in Jördenstorf ist abgeschlossen. Dach und Fassade sind dicht, 160 Fenster sind eingebaut, die Dämmung auf rund 3500 Quadratmetern montiert. Nun laufen die Arbeiten im Inneren. Bauleiter Ulf Zschuckelt spricht von 25 Kilometern Datenkabel, die derzeit verlegt werden. Auch die Leitungen für Wasseranschlüsse und Lüftung erreichen einen ähnlichen Umfang. Diese Angaben stammen vom Amt Mecklenburgische Schweiz und der Bauleitung.
Technikräume für die digitale Überwachung
Im Gebäude sollen 750 Komponenten digital überwacht werden. Jedes Fenster erhält ein eigenes Steuer-Element. Geplant sind zudem 25 digitale Tafeln, wie Karin Zillmann, leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Mecklenburgische Schweiz, mitteilt. Wegen der umfangreichen Steuerungstechnik entstehen im Erdgeschoss fünf Technikräume, auf jeder weiteren Etage zwei.
Das Haus umfasst drei Etagen. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden die Klassenräume eingerichtet. Im Erdgeschoss sind eine Mensa mit 100 Plätzen sowie Fachräume für Chemie, Physik, Kunst und Musik vorgesehen. Ein Theaterraum ist ebenfalls geplant. Das Atrium erhält ein Lichtfenster im Dach; dort kann eine mobile Bühne für Veranstaltungen aufgebaut werden. Ein Fahrstuhl wird nach Abschluss staubintensiver Arbeiten wie dem Einbau der Bodenbeläge montiert, da die Anlage viele sensible Bauteile enthält.
Schulstart zum Schuljahr 2027/28 geplant
Zillmann nennt eine maximale Kapazität von 500 Schülerinnen und Schülern. Zum Start werden voraussichtlich rund 400 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Künftig lernen hier die bisherigen Schüler der Grundschule Matgendorf, der Regionalschule „Johann Heinrich von Thünen“ sowie einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Der Unterrichtsbeginn im Neubau ist zum Schuljahr 2027/28 vorgesehen. Das Ziel sei ambitioniert, der Zeitplan werde derzeit eingehalten, so Zschuckelt.
Für den Baustellenbetrieb war zunächst die Stromversorgung zu klären. Ein Trafohaus mit Starkstrom wurde errichtet, um Kräne und Geräte zu betreiben. Die monatlichen Stromkosten lagen laut Zillmann bei 3000 bis 4000 Euro, den größten Verbrauch verursachten die Maurerarbeiten. Mit deren Abschluss sinkt der Bedarf. Für den späteren Schulbetrieb ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach geplant, um technische Anlagen günstiger zu betreiben. Die Wärmeversorgung soll per Fernwärme aus einem Eon-Heizkraftwerk in Jördenstorf erfolgen, teilt die Bauleitung mit.