Im Klützer Stadtteil Arpshagen markieren vier hohe Eichen einen niedrigen Turmhügel. Daneben liegt der teilweise wasserführende Burggraben. Wo heute nur noch Hügel, Graben und Burginsel zu erkennen sind, stand über Jahrhunderte eine befestigte Anlage: die Burg Arpshagen, auch Plessenburg genannt.
Von Mauern, Türmen und Wirtschaftsgebäuden ist oberirdisch nichts mehr erhalten. Sichtbar geblieben sind die kleine Burginsel, der rund 2,80 Meter hohe Turmhügel und Teile des Grabens. Der Platz ist als Bodendenkmal geschützt und gehört zu den weniger bekannten historischen Orten im Klützer Winkel.
Spuren im Klützer Stadtteil Arpshagen
Die frühere Burg war eine Niederungsburg. Ihre Hauptburg lag auf einer Insel, gesichert durch Wall und Wassergraben. Dazu kam eine Vorburg, auf der sich später Wirtschaftsgebäude befanden. Anfang des 14. Jahrhunderts war Heinrich von Plessen mit Arpshagen verbunden; die Familie von Plessen blieb über viele Generationen prägend für den Ort.
Wer heute nach Klütz kommt, hat meist Schloss Bothmer, die St.-Marien-Kirche oder das Literaturhaus Uwe Johnson im Blick. Arpshagen liegt nah genug für einen kurzen Abstecher, zeigt aber eine ältere Schicht der regionalen Geschichte: nicht die repräsentative Schlosszeit, sondern den wehrhaften Gutssitz im Gelände.
Vom Wehrbau zum Gutssitz
Um 1596 war die Anlage noch deutlich bebaut. Auf der Burginsel standen ein massiver dreigeschossiger Turm, ein Fachwerkwohnhaus und eine Milchstube. Auf der Vorburg lagen Ställe, Scheune, Brauhaus und Torhaus. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam ein Festes Haus mit großen Fenstern und Renaissance-Portal hinzu.
Mit der Zeit verschob sich die Funktion des Ortes. Die Burg wurde nicht mehr vor allem als Wehrbau gebraucht, sondern als Gutssitz genutzt. Wohnen, Verwaltung und Landwirtschaft rückten in den Vordergrund. Nach dem Verkauf an die Familie von Bothmer im Jahr 1723 verlagerte sich der Schwerpunkt weiter nach Klütz und später zur großen Schlossanlage Bothmer.
Warum die Burganlage später verschwand
Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand rund 200 Meter nordwestlich der Burginsel ein neues Wohnhaus für den Pächter. Die alten Gebäude auf Insel und Vorburg wurden damit zunehmend entbehrlich. Nach 1900 verschwanden das Feste Haus und die Vorburg.
Nach der Bodenreform 1945 wurde das Anwesen enteignet und aufgesiedelt; die frühere Gutsanlage besteht heute nicht mehr. 1991 wurde der verlandete Burggraben teilweise wiederhergestellt. Seitdem stehen Burginsel und Graben als Bodendenkmal unter Schutz.
Ein kurzer Halt bei Klütz
Der frühere Burgplatz braucht keinen langen Rundgang. Ein paar Minuten reichen, um das Denkmal zu erkunden: Hügel, Graben, Insel, alte Bäume. Diese Reste zeigen auch, wie stark der Klützer Winkel einst von Gutshöfen, Ritterfamilien und befestigten Plätzen geprägt war.
Für Gäste in Mecklenburg-Vorpommern, die den Klützer Winkel nicht nur über seine bekannten Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchten, ist Arpshagen ein historisches Kleinod am Rand der üblichen Wege.