Am Freitag, dem 14. August, werden auf dem Alten Garten in Schwerin vor der Schlosskulisse Fahrzeuge aus der DDR-Produktion der Eisenacher Motorenwerke präsentiert. Es sind EMW und BMW 340, die heute zu Zeitzeugen der Nachkriegsgeschichte geworden sind. Chrom glänzt, Lack spiegelt, Sechszylinder brummen – zwischen Theater, Museum und Schloss wird für einige Stunden die Ära der 1940er- und 1950er-Jahre auf vier Rädern sichtbar. Mittendrin steht Torsten Schmidt, Schweriner Oldtimerfreund und einer der Organisatoren, die das EMW-Treffen erstmals in die Landeshauptstadt geholt haben.
Erwartete Teilnehmerzahl und Programm
„Wir erwarten vom 14. bis 16. August rund 100 Teilnehmer mit etwa 50 Fahrzeugen“, sagt Schmidt. Der Schweriner Oldtimerfreund hat selbst einen EMW 340 restauriert und ist seit Monaten mit den Vorbereitungen beschäftigt. „Sämtliche Fahrzeuge können die Schweriner und ihre Gäste natürlich in Augenschein nehmen“, fügt er hinzu.
Für Schmidt ist das Treffen mehr als nur eine Ansammlung alter Autos. Es ist ein Wochenende für Menschen, die erleben wollen, wie sich die deutsche Nachkriegsgeschichte der 1940er- und 1950er-Jahre auf vier Rädern anfühlt. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am Freitag ab 15.30 Uhr, wenn die Fahrzeuge auf dem Alten Garten aufgestellt werden. Bis 18 Uhr können Besucher die Wagen kostenlos anschauen, Fragen stellen und mit den Besitzern ins Gespräch kommen. „Wir stellen dort die Fahrzeuge zur Schau. Ein Fotograf wird das Erinnerungsbild in der wundervollen Kulisse aufnehmen“, sagt Schmidt. Anschließend geht es auf eine Dampferfahrt über den Schweriner See.
Seltene Eisenacher Oldtimer und Expertenwissen
Wo sonst Touristen ihre Kameras auf Schloss, Theater und Museum richten, stehen nun Fahrzeuge, die in Eisenach gebaut wurden und heute nur noch selten auf den Straßen zu sehen sind. Unter ihnen befindet sich auch ein BMW 340 mit der Produktionsnummer 15, ein außergewöhnlich frühes Exemplar aus den Eisenacher Motorenwerken. Wer mehr über die Geschichte dieser Autos erfahren möchte, ist am Freitag ebenfalls richtig. Für rund zwei Stunden stehen fachkundige Oldtimerfreunde ab 15.30 Uhr vor Ort bereit. „Drei Teilnehmer werden sich den Fragen stellen“, sagt Schmidt. Es soll nicht nur geschaut, sondern auch erklärt werden: Wie wurden die Wagen gebaut? Was unterscheidet BMW und EMW? Warum sind diese Fahrzeuge heute so selten?
Ausfahrt und Vortrag am Wochenende
Am Sonnabend, dem 15. August, geht es raus aus der Stadt. Um 9 Uhr startet die große Ausfahrt an einem Hotel in Krebsförden. Die Route führt durch Westmecklenburg über Pinnow, Weberin, Dabel, Demen bis nach Dobbertin. Vor der Klosterkirche ist die nächste Fahrzeugschau geplant. Bis 14 Uhr können Besucher dort die Oldtimer sehen, während sich die Teilnehmer über die Geschichte des Klosters informieren. Danach setzt sich der historische Konvoi wieder in Bewegung. Weiter geht es über Sternberg, Sternberger Burg und Blankenberg zum Golchener Hof. Dort wartet Bauer Korl mit Kaffee und Kuchen auf die Oldtimerfreunde.
Am Abend folgt im Hotel ein Vortrag über das frühere KIW „Vorwärts“, den Schweriner Instandsetzungsbetrieb für Kraftfahrzeuge aus DDR-Zeiten. Für Schmidt ist das ein persönliches Kapitel: Dort wurde er einst ausgebildet. Am Sonntag, dem 16. August, kehren die Oldtimer noch einmal auf den Alten Garten zurück. Nach einer Schlossbesichtigung werden dort von 10 bis 12 Uhr etwa 25 Fahrzeuge zu sehen sein. Ab 13 Uhr führt der Weg auf das ehemalige KIW-Gelände. Dort wollen die Oldtimerfreunde einige Runden drehen und an die Geschichte des Betriebs erinnern.