Gesunkenes Segelboot: Bergung abgebrochen, Umweltbelastung bleibt
Bergung gescheitert: Segelboot bleibt Umweltbelastung

Das gesunkene Segelboot im Riether Naturhafen stellt weiterhin eine Umweltbelastung dar. Es liegt seit Wochen auf dem Grund des Neuwarper Sees und bereitet der Gemeinde, der Feuerwehr und der Amtsverwaltung in Eggesin Probleme. Die Ortsfeuerwehr Rieth musste Ölsperren legen. Der Eigentümer aus Österreich war anfangs nicht zu erreichen.

Ersatzvornahme angedroht

Zuletzt war eine Ersatzvornahme angedroht worden. Der Bootseigner wird von der Gemeinde Luckow eine Rechnung bekommen. Bürgermeister Fabian Schöne ging für die Bergung, die Lagerung und die Feuerwehrkosten von einer Summe von rund 20.000 bis 25.000 Euro aus.

Ein erster Bergungsversuch ist gescheitert, so Kathleen Fleck, Bauamtsleiterin in der Eggesiner Stadt- und Amtsverwaltung. Die Pumpen hätten es am vergangenen Wochenende nicht geschafft, das Boot anzuheben, damit es anschließend mit dem Kran aus dem Wasser geholt werden könnte. Nun müsse beraten werden, wie weiterverfahren werden soll. Denn eine Bergung mit einem Kran sei bei einem vollgelaufenen Boot nicht möglich.

Fünf Pumpen scheitern an der Bergung

Der Riether Ortswehrführer Reno Banse begleitete den Versuch. Die beauftragte Firma habe zwei Pumpen mitgebracht. Die Ueckermünder Feuerwehr habe zwei weitere Pumpen zur Verfügung gestellt. Eine weitere Pumpe sei aus Eggesin gekommen. Doch diese fünf Pumpen hätten es nach drei bis vier Stunden zusammen mit Luftkissen nicht geschafft, das gesunkene Segelboot anzuheben, um es danach an Land zu ziehen. Man habe den Kajüteneingang abgedeckt, erläuterte er. Dennoch sei es nur gelungen, das Boot ein kleines Stück zu heben.

Das deute darauf hin, dass es sich beim Leck nicht nur um ein kleines Loch handeln könne, schätzte Banse ein. Möglicherweise gebe es ein großes Loch oder sogar einen Riss, durch den immer wieder Wasser nachlaufe. Die Bergungsfirma habe schon Haltegurte für eine Kranbergung am Boot anbringen können, hieß es aus der Eggesiner Verwaltung. Sie seien am Ende nicht zum Einsatz gekommen.

Große Menge Diesel ausgetreten

Einen Tag nach dem Pumpvorgang sei erneut Diesel aus dem Segelboot geflossen und in den Hafenbereich gelangt, so Banse. Deswegen habe die Feuerwehr noch weitere Ölsperren auslegen müssen. Die seien jetzt von der Eggesiner Feuerwehr gekommen.

Der nächste Versuch werde laut Verwaltung mit einem großen Kran, der 120 bis 150 Tonnen heben kann, vom Ufer aus erfolgen. Das Boot müsse langsam angehoben und gleichzeitig ausgepumpt werden, um es leichter zu machen und für den Abtransport auf einem Trailer vorzubereiten. Ein kleinerer Kran könne es nicht leisten, ein Boot in einer Entfernung von 30 bis 35 Metern zu heben. Einen Termin gebe es bisher nicht. Das Boot solle aber innerhalb von 14 Tagen angehoben werden.

Der Eigentümer aus Österreich sei sehr kooperativ und bedauere die aktuelle Situation, so die Verwaltung. Er habe sich vorab selbst um eine Firma gekümmert. Gescheitert sei die Bergung dann, weil es offenbar nur eine Haftpflichtversicherung gibt, die nicht sämtliche Kosten übernimmt. Deswegen habe die Gemeinde die Bergung als Ersatzvornahme in Auftrag gegeben, um das Boot endlich aus dem Wasser zu bekommen.

Ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass das Boot über Winter im Wasser lag, sei laut Verwaltung laut Eigentümer auszuschließen. Das Segelboot sei erst im Mai gesunken, als das Eis schon lange getaut war.