Am Freitagabend um 20 Uhr empfängt die TSG Neustrelitz im Parkstadion den SV Siedenbollentin zum zweiten Spieltag der Fußball-Oberliga. Das Duell gilt als Derby mit besonderer Brisanz, denn im Kader der Gäste stehen acht Spieler, die früher das TSG-Trikot trugen. Zwei von ihnen, Justus Guth und Nils Röth, wechselten erst im Sommer von Neustrelitz nach Siedenbollentin. Röth war zuvor sogar TSG-Kapitän.
Trainer mit unterschiedlichen Erwartungen
TSG-Trainer Velimir Jovanovic will sich von der Derby-Stimmung nicht anstecken lassen. „Für mich ist es ein Spiel wie jedes andere. Für die Spieler mag das vielleicht anders sein, am Ende geht es aber auch nur um drei Punkte – so wie bei anderen Spielen auch“, sagte er. Nach der 2:3-Auftaktniederlage beim SV Lichtenberg 47 hofft er auf die ersten Saisonpunkte. „Beim Spiel in Lichtenberg waren trotz der Niederlage schon viele gute Dinge dabei, gegen Bolle wollen wir uns weiter verbessern und die drei Punkte zu Hause behalten.“ Jovanovic kann wieder auf Stürmer Manuel Härtel zurückgreifen, der in Lichtenberg verletzt gefehlt hatte.
Sein Gegenüber Christoph Haker vom SV Siedenbollentin sieht die Partie dagegen als „besonderes Spiel“. Seine Mannschaft startete mit einem 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Mahlsdorf in die Saison. „Darauf wollen wir uns natürlich nicht ausruhen und in Neustrelitz die nächsten Zähler einfahren“, so Haker, der selbst einst in Neustrelitz spielte. „Viele Spieler von uns haben eine Neustrelitzer Vergangenheit, ich selbst habe auch mal dort gespielt. Insofern ist es schon ein besonderes Spiel für die Spieler und für mich.“
Spieler mit besonderen Erinnerungen
Tom Kliefoth, der im Sommer 2025 von Neustrelitz nach Siedenbollentin wechselte und gegen Mahlsdorf seinen ersten Saisontreffer erzielte, freut sich auf das Wiedersehen. „Für mich persönlich ist es immer noch ein Highlight gegen Neustrelitz zu spielen, nicht nur durch die Brisanz der letzten Transferphasen. Das Stadion ist geil, die Kulisse wird top sein und Feuer ist auch immer im Spiel“, sagte der 29-Jährige. Er erwartet ein intensives Spiel: „Wir sind gut in die Saison gestartet, Neustrelitz steht nach der Niederlage schon ein wenig unter Zugzwang. Unser Anspruch ist, dort gewinnen zu wollen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal ob Derby oder nicht.“
Justus Guth, der ebenfalls im Sommer von der TSG nach Siedenbollentin wechselte, verbindet mit dem Parkstadion nur positive Erinnerungen. „Das Wiedersehen mit Neustrelitz kommt natürlich ziemlich schnell, aber ich kann mir kein besseres Freitagabendspiel vorstellen als die TSG gegen Bolle“, so der 28-Jährige. Er pflegt noch engen Kontakt zu einigen TSG-Spielern, „in dieser Woche war aber Funkstille“. Sein Ziel ist klar: „Wir wollen die drei Punkte. Wenn wir das, was in der Truppe steckt, auf den Platz bekommen, dann werden wir das Spiel gewinnen.“
Ausgangslage vor dem Anpfiff
Während Siedenbollentin mit drei Punkten im Gepäck anreist, steht die TSG nach der Auftaktniederlage unter Druck. Das Derby verspricht daher Spannung, sowohl sportlich als auch emotional. Die Fans dürfen sich auf ein intensives Freitagabendspiel im Neustrelitzer Parkstadion freuen.