Das gesunkene Segelboot im Riether Naturhafen stellt weiterhin eine Umweltbelastung dar. Ein erster Bergungsversuch vor wenigen Tagen ist gescheitert, teilt Kathleen Fleck, Bauamtsleiterin in der Eggesiner Stadt- und Amtsverwaltung, mit. Die Pumpen hätten es nicht geschafft, das Boot anzuheben, um es mit dem Kran aus dem Wasser zu holen. Nun müsse beraten werden, wie es weitergehen könne, denn eine Bergung mit einem Kran sei bei einem vollgelaufenen Boot nicht möglich.
Fünf Pumpen scheitern an der Bergung
Der Riether Ortswehrführer Reno Banse begleitete den Bergungsversuch. Die beauftragte Firma hatte zwei Pumpen mitgebracht, die Ueckermünder Feuerwehr stellte zwei weitere zur Verfügung. Eine nächste sei aus Eggesin gekommen. Dennoch hätten diese fünf Pumpen es nach drei bis vier Stunden zusammen mit Luftkissen nicht geschafft, das gesunkene Segelboot anzuheben, um es danach an Land zu ziehen. Man habe den Kajüteneingang abgedeckt, erläutert Reno Banse. Dennoch habe das Boot nur ein winziges Stück bewegt werden können.
Das deute darauf hin, dass es sich beim Leck nicht nur um ein kleines Loch handeln könne, schätzt der Ortswehrführer. Möglicherweise gebe es ein großes Loch oder sogar einen Riss, durch den immer wieder Wasser nachlaufe.
Diesel fließt in den Hafenbereich
Einen Tag nach dem Pumpvorgang sei erneut Diesel aus dem Segelboot geflossen und in den Hafenbereich gelangt, sagt Reno Banse. Deshalb habe die Feuerwehr noch weitere Ölsperren auslegen müssen. Die Ortsfeuerwehr Rieth hatte bereits zuvor Ölsperren gelegt, da das Boot seit Wochen auf dem Grund des Neuwarper Sees liegt und der Gemeinde, der Feuerwehr und der Amtsverwaltung in Eggesin etliche Probleme bereitet.
Die Bergungsfirma habe bereits Haltegurte für eine Kranbergung am Boot anbringen können, heißt es aus der Eggesiner Verwaltung. Die Gurte seien dann am Ende ja nicht zum Einsatz gekommen.
Großer Kran soll nächsten Versuch starten
Der nächste Versuch wird nach Angaben der Verwaltung mit einem großen Kran, der 120 bis 150 Tonnen heben kann, vom Ufer aus erfolgen. Das Boot müsse langsam angehoben und gleichzeitig ausgepumpt werden, um es leichter zu machen und für den Abtransport auf einem Trailer vorzubereiten. Ein kleinerer Kran könne es nicht leisten, ein Boot in einer Entfernung von 30 bis 35 Metern zu heben. Einen genauen Termin gibt es bisher nicht.
Der Eigentümer aus Österreich sei sehr kooperativ und bedauere die aktuelle Situation, teilt die Verwaltung mit. Er hatte sich demnach vorab selbst um eine Firma gekümmert. Gescheitert sei die Bergung dann, weil offenbar nur eine Haftpflichtversicherung besteht, die nicht sämtliche Kosten übernimmt. Aus diesem Grund hat die Gemeinde die Bergung als Ersatzvornahme in Auftrag gegeben, um das Boot endlich aus dem Wasser zu bekommen. Der Bootseigner wird von der Gemeinde Luckow eine satte Rechnung erhalten. Bürgermeister Fabian Schöne geht von einer Summe in Höhe von 20.000 bis 25.000 Euro für Bergung, Lagerung und Feuerwehr aus.
Ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass das Boot über Winter im Wasser lag, schloss der Eigentümer nach Angaben der Verwaltung aus. Das Segelboot sank erst im Mai, als das Eis schon lange getaut war.