Burg Spantekow: Fassade am rechten Flügel restauriert
Burg Spantekow: Fassade restauriert

Die Burg Spantekow in Vorpommern hat einen weiteren Meilenstein in ihrer Restaurierung erreicht: Die Fassade des rechten Flügels, die zum Innenhof zeigt, wurde vollständig saniert und erstrahlt nun in sattem Ockergelb. Damit ist die zweite Hälfte der historischen Außenmauer fertiggestellt, die zu den ältesten und bedeutendsten Renaissance-Anlagen in Norddeutschland zählt.

Jahrhundertelange Geschichte

Fast 500 Jahre Geschichte stecken in den dicken Mauern der Burg aus dem 16. Jahrhundert. Über viele Jahre war nur ein Teil der Fassade in diesem historisch überlieferten Farbton mit restauriertem Außenputz zu sehen. Nun konnte der übrige Teil gesichert und gestrichen werden.

„Wieder ist ein Stück geschafft“, freut sich Annegret von Harnier, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Ronald Keusen für den Erhalt des Familienbesitzes einsetzt. Fachliche Unterstützung kam von der Berliner Architektin Andrea Ruiken vom Architekturbüro Ruiken & Vetter, die das Sanierungskonzept beisteuerte.

Denkmalschutzauflagen beachtet

Grundlage der Sanierung war der Zustand des Gebäudes um 1900. Aus dieser Zeit stammt auch der wiederverwendete Ockerton mit Fensterfaschen in einem leicht gebrochenen Weißton. Die Denkmalschutzbehörde gab vor, den erhaltenen Renaissanceputz zu festigen und eine historische Putzstruktur wieder aufzubringen.

„Wichtig war auch, dass an der Fassade die vorgenommenen Änderungen ablesbar blieben, aber zugleich eine Harmonisierung durch Putzstruktur und Farbe herzustellen war. Bei genauem Hinsehen sind die alten, zugesetzten Fensteröffnungen ablesbar“, erläutert die Architektin.

Finanzierung durch Förderer und Spenden

Die Finanzierung gelang mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (40.000 Euro) und des Landesförderinstituts (15.000 Euro). Zudem flossen Spendengelder von Gästen früherer Veranstaltungen in das Projekt, wie Annegret von Harnier berichtet.

Die Burg zeigt 2026, wie ein Denkmal durch ein lebendiges Netzwerk weiterbesteht. „Über das ganze Jahr hinweg öffnen wir die Burg mit individuellen Führungen, Konzerten, Dorfzusammenkünften, ASB-Kinderaktionen, Märkten, Familienprogrammen und Angeboten für alle Generationen“, sagt sie. „Unser historisches Lager, die Falkner und die Greifvögel machen sichtbar, wie historische Kulturtechniken und heutige Gemeinschaft ineinandergreifen.“

Tag des offenen Denkmals

Am 12. und 13. September öffnet die Burg zum Tag des offenen Denkmals ihre Tore. Am Sonnabend ab 16 Uhr gibt es Kaffee, Kuchen und Bratwurst, mittelalterliches Lagerleben mit den „Freien Cöllner Wölfen“ und den Raben Hugin vom Greifvogelzentrum Oder-Spree. Am Sonntag ab 11 Uhr dreht sich alles um Naturschutz und Falknerei, mit Führungen von Lady of Glencairn und ihrem Gefolge.

Alle Spenden kommen der weiteren Restaurierung zugute. Die Verantwortlichen hoffen, bald den nächsten Bauabschnitt angehen zu können.