Simson-Club aus Demmin rollt an der alten DDR-Grenze entlang
Simson-Club rollt an alter DDR-Grenze entlang

Fünf Mitglieder des Demminer Simson-Clubs „Der Osten rollt“ haben sich auf eine besondere Tour begeben: Sie fuhren die ehemalige innerdeutsche Grenze von Süden bis an die Ostsee ab. Rund 1900 Kilometer legten sie dabei zurück.

Von der Idee bis zum Start

Der Club mit acht Mitgliedern wurde 2001 gegründet und trifft sich regelmäßig im Vereinsheim in Demmin. „Dort bauen und basteln wir, neben unserem geselligen Beisammensein, an unseren Simsons“, erklärt Christian Graf. „Jeder ist für sich und den anderen da.“ Ein- bis zweimal im Monat unternehmen die Mitglieder Ausflüge in die Umgebung, oft nach Altentreptow oder Loitz. Beim Oldtimertreffen in Altentreptow am 1. Mai entstand die Idee, die deutsch-deutsche Grenze abzufahren.

Technische Pannen unterwegs

Der eigentliche Startpunkt lag im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien. Auf der Hinfahrt gab es Probleme: Lars Spranger verlor neun Speichen an seinem Hinterrad, später platzte ein Hinterreifen. Die Gruppe rief die Simson-Werkstatt H. Pfeiffer in Aschersleben an, die spätabends noch öffnete und Ersatzteile verkaufte. „Ich habe festgestellt, auch in der heutigen Zeit gibt es noch hilfsbereite Menschen, die einem bei Problemen helfen“, sagt Steffen Müller.

Alte Mopeds und heiße Tage

Die Simsons sind teils über 40 Jahre alt: Die Schwalbe von Steffen Müller wurde vor 44 Jahren gebaut, Christian Grafs Simson stammt aus dem Jahr 1972. Am Startpunkt Probstzella besichtigten sie den Grenzbahnhof, in Mödlareuth das Deutsch-Deutsche Museum. Mit bis zu 38 Grad war es sehr heiß, das Nachtlager wurde erst gegen 1 Uhr aufgeschlagen. Christian Gau wog sich mit seiner Simson und Gepäck: „Es waren 200 Kilogramm“, staunt er.

Vom Wendland an die Ostsee

Die Strecke führte durch den Harz, über Ilsenburg nach Schnackenburg, wo sie die Grenzgedenkstätte sahen, weiter über Gartow und Lenzen nach Dömitz. Die letzte Etappe war mit 60 Kilometern die kürzeste und endete in Lübeck-Schlutup. Unterwegs machten sie auch einen Abstecher nach Eisenach zum Wartburg-Museum. „Wir fahren, neben neuen Autos, auch privat Ostautos“, erklärt Sven-Uwe Wolter. Die Gruppe ist sich einig: Auch im nächsten Jahr wird es eine Tour geben. „Aber auf jeden Fall wird es eine Tour geben“, versichert Christian Graf.