Bürgermeister-Pries-Weg in Neubrandenburg erhält sein Straßenschild zurück
Bürgermeister-Pries-Weg erhält Schild zurück

Der Bürgermeister-Pries-Weg in Neubrandenburg erhält sein Straßenschild zurück. Die Stadtverwaltung hat die erneute Beschilderung des Weges an der Linde in der Südstadt bereits in die Wege geleitet. Zuvor war die Benennung in Vergessenheit geraten.

Weg war ohne Schild und Karte

Der Weg zwischen Neustrelitzer Straße und Wilhelm-Külz-Straße am südlichen Ufer der Linde trägt offiziell den Namen Bürgermeister-Pries-Weg, doch weder ein Straßenschild noch eine Karte wiesen darauf hin. Wiederentdeckt wurde dies, als ein Bürger vorschlug, den Weg nach Brigitte Reimann zu benennen. In der Stadtverwaltung stellte man fest, dass der Weg bereits einen Namen hat.

Name rechtlich nie verloren

Der Name Bürgermeister-Pries-Weg ist rechtlich nie erloschen, wie ein Sprecher der Stadt bestätigte. Es fehle lediglich das Straßenschild. Eine Gedenktafel, die es früher gab, soll jedoch nicht ersetzt werden. Zudem sollen sowohl der Bürgermeister-Pries-Weg als auch der Brigitte-Reimann-Weg im städtischen Geodatenportal mit ihrer Benennung eingetragen werden. Auf externe Kartenanbieter wie Google oder Apple habe man keinen Einfluss, bei OpenStreetMap sei die Aktualisierung bereits erfolgt.

Wer war Adolf Pries?

Adolf Pries war 34 Jahre lang Bürgermeister von Neubrandenburg. Geboren am 13. Juni 1851 in Rostock, studierte er Jura und war zunächst Bürgermeister in Schwaan, bevor er nach Neubrandenburg kam. 1889 wurde er Zweiter und 1904 Erster Bürgermeister der Vier-Tore-Stadt und blieb bis 1923 im Amt. Nur wenige Bürgermeister hielten länger durch, etwa Friedrich Brückner mit 53 Amtsjahren.

Pries beendete die damalige Tradition mehrerer Bürgermeister für verschiedene Aufgaben. In seine Amtszeit fielen der Bau des Wasser- und Elektrizitätswerks, die Gründung der Städtischen Kunstsammlung, der Bau des Bootshafens und die Einweihung des Lyzeums, des heutigen Lessinggymnasiums. Er war Mitglied in Geschichts- und Heimatvereinen. Seine Brüder wurden Pastor, Eisenbahnbaurat und Oberbaurat, er selbst blieb unverheiratet und kinderlos. 1923 ging er mit über 70 Jahren in den Ruhestand und lebte bis zu seinem Tod 1930 in der Kleinen Wollweberstraße 7. Begraben wurde er in Rostock.

Ein Weg mit Naturdenkmal

Warum ausgerechnet der Weg an der Linde nach ihm benannt wurde, ist nicht bekannt. Der Weg führt an Birken entlang und ist bis Burg Stargard ausgeschildert. Es gibt Parkbänke und mit einer Stieleiche ein ausgewiesenes Naturdenkmal, das erstmals 2003 unter Schutz gestellt wurde.