Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beziffert die Zahl der Badetoten in der Ostsee bis Anfang August dieses Jahres auf 14. Wer zu ertrinken droht, macht häufig nicht so auf sich aufmerksam, wie es Filme und Fernsehen vermuten lassen – das sogenannte stille Ertrinken ist tückisch.
Bundesweit mehr tödliche Badeunfälle
In diesem Sommer ist die Zahl der tödlichen Badeunfälle bundesweit gestiegen. Nach der aktuellen Zwischenbilanz der DLRG kamen von Januar bis Ende Juli 2026 mindestens 261 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben. Das waren 15 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die meisten Menschen sterben nicht im Meer: Bis Ende Juli starben 118 Menschen in Seen und Teichen, 90 in Bächen und Flüssen sowie 17 in Kanälen. In der Ostsee registrierte die DLRG 14 Todesfälle. Rund 90 Prozent der tödlichen Unglücke ereigneten sich damit in Binnengewässern. Ein Grund: An frei zugänglichen Seen und Flüssen gibt es häufig keine Rettungskräfte, die sofort eingreifen können.
Warnzeichen erkennen und richtig handeln
Für Ostsee-Urlauber ist das kein Grund zur Sorglosigkeit. Die DLRG warnt ausdrücklich vor unerwarteten Strömungen, die selbst erfahrene Schwimmer in Schwierigkeiten bringen können. Hinzu kommen Wind, Wellen und Selbstüberschätzung.
Wer merkt, dass er nicht mehr vorankommt oder abgetrieben wird, sollte Kräfte sparen und auf sich aufmerksam machen. Gerät ein anderer Badegast in Not, empfiehlt die DLRG, Rettungskräfte zu alarmieren und einen Rettungsring oder einen anderen schwimmfähigen Gegenstand zuzuwerfen. Helfer sollten sich dabei nicht selbst in Lebensgefahr bringen.
Stilles Ertrinken: So erkennen Sie die Gefahr
Ertrinken sieht oft nicht so aus, wie viele es erwarten. Die DLRG beschreibt das stille Ertrinken ausdrücklich anders als Filmszenen: Betroffene stehen oft nahezu senkrecht im Wasser. Arm- und Beinbewegungen wirken unkontrolliert, während die Person scheinbar schwimmt, aber nicht vorwärtskommt. Der Kopf kann nach hinten geneigt sein, Mund und Nase geraten immer wieder unter Wasser.
Der erwartete Hilferuf bleibt häufig aus. Wer um Luft ringt, kann laut DLRG meist weder rufen noch winken – die gesamte Kraft wird benötigt, um den Kopf über Wasser zu halten. Eine lebensgefährliche Situation kann vom Strand aus daher unspektakulär aussehen. Wer ein solches Verhalten bemerkt, sollte sofort die Rettungsschwimmer informieren oder über die 112 Hilfe rufen.