Hütehunde am Tollensesee: Schafe angegriffen – Behörden eingeschaltet
Hütehunde am Tollensesee: Schafe angegriffen

Ralf Lux ist entsetzt. Der Urlauber, der mit seiner Familie seit Jahren nach Wustrow an den Tollensesee kommt, hat am Ortsrand in Richtung Alt Rehse beobachtet, wie Hütehunde nachts Schafe attackieren. Einer der Hunde, ein Bernhardiner, soll sogar versucht haben, ein Schaf zu decken. Ein Video, das dem Nordkurier vorliegt, zeigt offenbar, wie die Hunde ein Schaf reißen und zu Boden drücken.

Nach Angaben von Lux gab es bereits im vergangenen Jahr ähnliche Vorfälle. Die Tiere gelten eigentlich als Herdenschutzhunde und sollen die Schafe beispielsweise vor Wölfen bewahren, die in der Region immer wieder Nutztiere reißen.

Anwohner reichten Petition ein

Der Lärm der Hunde sei kaum zu ertragen: Sie bellten die gesamte Nacht. „Wenn man da mit seinen Kindern vorbeigeht, kann das sehr unangenehm sein“, sagt Lux. Eine Petition mit mehr als 80 Unterschriften aus Wustrow samt anwaltlichem Schreiben sei an die Stadt Penzlin geschickt worden. Die Reaktion: Man müsse 80 Lärmprotokolle ausfüllen.

Der Urlauber hat die Vorfälle aus dem Vorjahr und aus diesem Jahr beim Veterinäramt und beim Ordnungsamt des Landkreises gemeldet. Bislang sei nichts passiert, so Lux.

Veterinäramt bestätigt Bearbeitung

Kreissprecher Marten Schröder bestätigte auf Nachfrage, dass das Veterinäramt den Fall kennt und derzeit bearbeitet. Zu einem laufenden Verfahren gebe man keine weiteren Auskünfte. Allerdings teilte der Sprecher mit, dass die Hunde an den Schafen reißen und Wolle ausreißen. Auch der Deckversuch sei bestätigt worden. Beides sei aus tierschutzrechtlicher Sicht nicht hinnehmbar.

Zudem seien die Hunde als Schutzhunde offensichtlich ungeeignet, was der Besitzerin mitgeteilt worden sei. Die Besitzerin konnte vom Nordkurier bis zum Redaktionsschluss nicht erreicht werden.