Am Mittwochabend um 19.14 Uhr raunte Cora Oppermann ihrer Mutter Berit zu: „Mama, es geht los.“ Der Mond schob sich langsam vor die Sonne. Die beiden waren extra aus Waren zum Röthelberg bei Görzhausen am Skulpturenweg gekommen. Dort hatte der Naturpark „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“ zu einer öffentlichen Veranstaltung anlässlich der partiellen Sonnenfinsternis eingeladen.
Spezielle Sonnenbrillen schnell vergriffen
Ranger Heiko Roepke hatte Stühle, Liegestühle und 50 spezielle Sonnenbrillen mitgebracht. Die Brillen waren binnen kürzester Zeit vergriffen. Auch Berit und Cora Oppermann ergatterten die wichtigen Utensilien. „Es ist ein ganz besonderes Naturschauspiel“, schwärmte Berit Oppermann.
Walter Behrens erlebte bereits seine dritte Sonnenfinsternis. „Die erste sah ich in den frühen Sechziger Jahren in Bad Salzuflen mit meinem Vater und meiner Schwester“, erzählte der 74-Jährige, der in Waren lebt. Damals hätten sie eine Glasscherbe über dem Feuer geräuchert und gegen die Sonne gehalten. 1999 sei die Familie im Urlaub im Elsass gewesen. „Die Natur wurde da stiller und kalt. Die Corona der Sonne war beeindruckend, als sich der Mond vor die Sonne schob“, erinnert sich seine Frau Doris. Das damalige Erlebnis sei spannender gewesen, weil es am hellichten Tag stattfand. Diesmal konnte man nicht genau unterscheiden, ob es wegen der partiellen Finsternis oder des einsetzenden Sonnenuntergangs dunkel wurde.
Diffuses Licht und kältere Temperaturen
Dennoch empfand sie das Erlebnis auf dem Röthelberg als sehr schön. Beate Milimonka aus Teterow bezeichnete den Anblick zum Zeitpunkt der stärksten Abdeckung als mystisch. In dem Moment wurde es schummrig und auch kälter. „Es ist ein diffuses Licht gewesen, das anders als bei einer Dämmerung war“, erklärte Beate Milimonka. Die Teterowerin nannte das Naturschauspiel ein überwältigendes Erlebnis, das man so nicht mehr miterleben werde.
Karina Gernetz erlebte die partielle Sonnenfinsternis an einem Beobachtungsort zwischen Hohen Mistorf und Neu Panstorf, zu dem der Sternwarte-Verein Remplin eingeladen hatte. Sie erinnere sich gut an die Sonnenfinsternis von 1999, die sie mit ihrem damaligen Freund auf Usedom beobachtete. Von der diesjährigen Finsternis hatte sie zufällig im Nordkurier gelesen. Da sei schnell klar gewesen, dass sie das Naturschauspiel noch einmal mitverfolgen wollte. Spontan habe sich auch ihre Tochter Nele entschieden, sie zu begleiten.
Etwa 30 Besucher an zwei Orten
Zu der Veranstaltung zwischen Hohen Mistorf und Panstorf kamen etwa 30 Leute. Auch Sven war dabei. Er habe noch etwas nachzuholen, erzählte er und schmunzelte. Die Sonnenfinsternis von 1999 hatte er verpasst. Als er im Nordkurier von der diesjährigen Finsternis las, wollte er diesmal unbedingt dabei sein. Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter machte er es sich gemütlich: Klappstühle, Snacks und ein Bierchen waren mit dabei. „Wer weiß, ob ich die nächste noch miterlebe“, scherzte der 49-Jährige mit einem Lachen.