Ein ordentlich zusammengelegtes Bündel Kleidung am Ufer des Zarrenthiner Kiessees bei Jarmen hat am Montagmorgen einen Großeinsatz von Rettungskräften ausgelöst. Frühschwimmer entdeckten die Sachen – Größe 158 beziehungsweise XS – auf dem Rand des Schlauchbootes der Rettungsschwimmer. Da die Kleidung am späten Sonntagabend gegen 22.30 Uhr dort noch nicht gelegen haben soll, wie das Personal der Gemeinde Bentzin berichtete, informierten die Badegäste gegen 6.45 Uhr die Polizei.
Große Suchaktion ohne Befund
Die Feuerwehren aus Jarmen und Tutow rückten mit Schlauchbooten an. Eine Drohne der Peenestädter Wehr überflog den mehr als 50 Hektar großen See, ohne etwas zu finden. Anschließend suchten die Einsatzkräfte die Wasserfläche ab, wobei die Tutower Kameraden auch die dicht bewachsene Insel gegenüber der Badeanstalt kontrollierten. Zudem kam die Wasserschutzpolizei mit einem eigenen Boot zum Einsatz.
Spezialtechnik der Wasserwacht
Die Einsatzleitung forderte außerdem die Wasserwacht vom Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald des Deutschen Roten Kreuzes an, die über ein Sonargerät verfügt. Diese auf Usedom stationierte Spezialtechnik kann bis zu 50 Meter weit das Wasser „durchleuchten“. „Mit dem Gerät haben wir in 25 Minuten einen Bereich abgesucht, der mit Tauchern mehrere Stunden gedauert hätte“, erläuterte der Tutower Wehr- und Einsatzleiter Mathias Kunicke. Weder am Grund noch unter der Schwimmplattform oder im Schilf konnte eine menschliche Silhouette ausgemacht werden.
Suche vorerst abgebrochen
Wegen der Größe des ehemaligen Tagebaus wurde davon abgesehen, zusätzliche Taucher anzufordern. Gegen 11 Uhr fiel die Entscheidung, die Suche vorerst abzubrechen, da es keine weiteren Hinweise auf eine vermisste oder in Not geratene Person gab. Die Polizei veröffentlichte eine offizielle Bitte um Hinweise: „Wer Angaben zu den aufgefundenen Kleidungsstücken machen kann, wird gebeten, sich telefonisch beim Polizeihauptrevier Anklam unter 03971 251 2224 zu melden.“
Ein Tipp führte nach Berlin
Zwischenzeitlich gab es einen Tipp auf den möglichen Eigentümer der Kleidung. Die Nachforschungen ergaben jedoch, dass sich der genannte junge Mann gerade in Berlin befindet. Die Bitte um Hinweise bleibt bestehen, unterstützt von Bentzins Bürgermeisterin Grit Gawrich. Sie stellte klar: „Es braucht wirklich keiner zu befürchten, dass er für den Sucheinsatz etwas bezahlen muss.“
Erinnerung an früheren Fall
Bei vielen Beteiligten weckte der Vorfall Erinnerungen an eine ähnliche Suchaktion vor drei Jahren. Damals fand ein Rettungsschwimmer abends die komplette Bekleidung eines Grundschülers am Strand. Wie sich später herausstellte, war der Junge in Gedanken verloren vom Freibad nur in Badesachen und mit seiner Sporttasche zum Fußballtraining geeilt.
Polizei mahnt zur Vorsicht
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, persönliche Gegenstände an Badestellen nicht unbeaufsichtigt zurückzulassen. Aufgefundene Schuhe oder Kleidungsstücke können an Gewässern den Eindruck erwecken, dass sich eine Person in Gefahr befindet. „Dies kann umfangreiche Such- und Rettungsmaßnahmen zur Folge haben und Einsatzkräfte binden, die möglicherweise an anderer Stelle benötigt werden“, so die Mahnung.