Der Pegelstand der Elbe bei Boizenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegt derzeit bei 48 Zentimetern. Das ist deutlich weniger als der Durchschnitt von 183 Zentimetern. Damit führt der Fluss Niedrigwasser. Bundesweit haben Flüsse wie Rhein und Donau derzeit ungewöhnlich wenig Wasser, auch in Mecklenburg-Vorpommern liegen die Pegelstände unter dem üblichen Durchschnitt.
Leicht steigende Wasserstände erwartet
Für die kommenden Tage rechnet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wieder mit leicht steigenden Wasserständen. Das Umweltministerium sieht die Situation für die Jahreszeit jedoch nicht als ungewöhnlich an.
Weniger Schiffe auf der Elbe
Beim Niedrigwasser im Sommer kommen kaum noch Motorboote aufs Wasser. „Wir haben deutlich weniger Fahrgastschifffahrt, eigentlich fährt kaum noch ein Schiff“, sagt Jürgen Meetschen vom Vorstand des Bootssportvereins Boizenburg. Auch beim Gütertransport gebe es nur noch vereinzelt Bewegungen auf dem Wasser. In den Niedrigwassermonaten habe sich daran seit Jahren kaum etwas geändert, so Meetschen.
Fähre nur mit leichter Ladung
Die Elbfähre „Amt Neuhaus“ zwischen Neu Bleckede und Bleckede im Landkreis Lüneburg fährt derzeit noch. Nach Angaben der Kapitänin hat sie beim aktuellen Wasserstand noch acht bis zehn Zentimeter Spielraum. Aktuell nimmt die Fähre aber nur noch Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von dreieinhalb Tonnen mit.
Auch in Dömitz Niedrigwasser
Flussaufwärts in Dömitz an der Elbe zeigt sich ein typisches Bild im Sommer: Wegen des Niedrigwassers wird nur zweimal am Tag geschleust. Der Pegelstand in Dömitz beträgt an diesem Tag 20 Zentimeter und soll weiter leicht fallen. Im Durchschnitt werden dort 178 Zentimeter gemessen.
Drei Viertel der Pegel unter Durchschnitt
Laut Umweltministerium liegen derzeit drei Viertel der Pegel unter dem Durchschnitt. Für diese Jahreszeit sei das aber nicht außergewöhnlich. Grund für die niedrigen Wasserstände seien Hitzeperioden und zu wenig Niederschlag.
Umweltminister hofft auf Regen
Umweltminister Till Backhaus (SPD) hofft deshalb auf Regen. „Aber wir haben in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern eine relativ gute Wassersituation“, sagte Backhaus bei einem Besuch der Baustelle zur Deichrückverlegung der Elbe in Boizenburg.
Uneinheitliches Bild bei Wasserspeichern
Bei den großen Wasserspeichern des Landes zeigt sich die Dynamik des Wasserhaushalts: Während die Mecklenburger Oberseen derzeit zwölf Zentimeter unter dem Zielwasserstand liegen, ist der Schweriner See gut gefüllt. Sein Wasserstand liegt laut Ministerium sieben Zentimeter über dem Zielwert für August.