Die Polizei Ludwigslust hat in dieser Woche einen kuriosen Anruf erhalten. Ein Hamburger meldete sich und gab an, dass sein in Hamburg gestohlenes Kanu in Neustadt-Glewe wieder aufgetaucht sei – nicht etwa im Freien, sondern in einer Halle in einem Gewerbegebiet der Stadt. Der Bootsbesitzer hatte in dem Boot einen sogenannten „Airtag“ verdeckt verbaut, mit dem sich die Position des Bootes ziemlich genau orten lässt.
Polizei findet Boot und Tatverdächtigen
Die Beamten fuhren zu der Halle und fanden dort das dunkelgrüne Kanu vor, ebenso einen Mann. Dieser gab nach entsprechender Belehrung schließlich zu, das Boot aus Hamburg mitgenommen zu haben. Die Polizei beschlagnahmte das Kanu und brachte es zur Dienststelle, wo es der Geschädigte wenig später unbeschädigt abholte. Das Kanu aus Kunststoff war für vier Personen zugelassen.
Dieb muss mit Anzeige rechnen
Der Mann, der das Kanu mitgenommen hat, muss nun mit einer Anzeige wegen Diebstahls rechnen. Seine Angaben, er sei Anfang Juli auf einer Baustelle in Hamburg gewesen und habe das Kanu unter einer Brücke gefunden, wo man ihm gesagt habe, es müsse ohnehin weg, überzeugten die Polizei nicht.
Gilbert Küchler, Revierleiter des Polizeireviers Ludwigslust, erklärt: „Wir haben diese Fälle jetzt immer öfter, das mithilfe dieser Airtags gestohlene oder verlorene Gegenstände gefunden werden können. Das betrifft nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Geldbörsen oder Handys. Allerdings ist es keine todsichere Methode, weil die Genauigkeit der Ortung doch sehr unterschiedlich ist.“