Klinikbrand: Gefäßchirurgie-Station in Ludwigslust bleibt geschlossen
Klinikbrand: Station in Ludwigslust weiter geschlossen

„Alle Abteilungen einschließlich Herzkatheterlabor, Funktionsabteilung, OP, Radiologie sowie sämtliche Sprechstunden arbeiten im Normalbetrieb“, teilte eine Kliniksprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Lediglich die Gefäßchirurgie-Station bleibt geschlossen – dort war der Brand am 2. Juli ausgebrochen.

Mit der Wiederherstellung des Regelbetriebs sei direkt im Anschluss an die Löscharbeiten begonnen worden, sagte die Sprecherin weiter. „Die Versorgung der Patientinnen und Patienten ist uneingeschränkt gewährleistet.“

Zwei Menschen kamen ums Leben

Bei dem Brand am Morgen des 2. Juli starben ein 73 Jahre alter Patient und ein 85 Jahre alter Patient aus einem Nachbarzimmer. Das Helene von Bülow-Krankenhaus hat 160 Betten und gehört neben Hagenow und Crivitz zum Verbund der LUP-Kliniken in Trägerschaft des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Alle drei Standorte zusammen kommen nach eigenen Angaben auf 417 Betten und rund 1.200 Mitarbeiter.

Brandursache weiter unklar

Einen technischen Defekt schlossen die Ermittler als Ursache für das Feuer frühzeitig aus. Auch für vorsätzliche Brandstiftung sehen sie keine Anhaltspunkte. Damit bleibt fahrlässige Brandstiftung als mögliche Ursache. Gerüchte, wonach der 73-jährige Patient im Bett geraucht haben soll, ließ die Polizei unkommentiert.

Schaden in Millionenhöhe

Der Schaden geht nach Angaben des Krankenhauses in die Millionen. Die Sprecherin berief sich dabei auf erste Erkenntnisse und Begutachtungen durch Bausachverständige. Landrat Stefan Sternberg (SPD) hatte kurz nach dem Brand erklärt, man bereite sich auf einen Schaden von zehn bis zwölf Millionen Euro vor.

Keine Hinweise auf frühere Entdeckung

„Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass eine frühere Entdeckung möglich gewesen wäre“, erklärte die Kliniksprecherin. Die Rauchmeldeanlage sei behördlich zugelassen und wiederkehrend von einem Sachverständigen geprüft worden.

Patientenschützer fordern mehr Brandschutz

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz verlangte nach dem Brand weitere Maßnahmen. „Erneut zeigt sich, dass die Regelungen des vorbeugenden Brandschutzes in den 1.600 Krankenhäusern nicht ausreichen“, sagte Stiftungsvorsitzender Eugen Brysch. „Eine gesetzliche Pflicht zur Installation von selbstständigen Löschanlagen in sämtlichen Patienten- und Personalzimmern ist überfällig“, betonte Brysch. Entstehungsbrände und unkontrollierte Rauchgasentwicklung könnten so frühzeitig erkannt und bekämpft werden. „Die oft immobilen Kranken sind auf fremde Hilfe angewiesen, um der Gefahr zu entkommen.“ Bau- und Gesundheitsminister von Bund sowie Ländern seien gefordert, beim Brandschutz in medizinisch-pflegerischen Einrichtungen Prioritäten zu setzen.