Karl-Heinz Semder wird 80 Jahre alt – doch sein Alter sieht man ihm nicht an. „Flotte Bienen halten jung“, scherzt der Imker, der bereits 1968 mit dem Honigmachen begann. Sein erstes Volk holte er damals aus Alexanderhof bei Prenzlau.
Vom Nachbarn angesteckt
Den Ausschlag gab ein alter Mann aus der Nachbarschaft, der viel von seinem Hobby erzählte. „Die Bienen, die Bienen, irgendwann ließen die mich nicht mehr los“, blickt der Rentner zurück. Die Anfangsjahre waren von Fehlern geprägt: „Die waren nicht so erfolgreich, doch ich habe mit der Zeit dazugelernt.“ So lernte er unter anderem: „Wenn der Raps raus ist, muss man auf die Völker aufpassen, sonst sind die Beuten schnell leer.“
Bienenwanderung bis nach Wallmow
Über Sommer schaut er täglich nach den Völkern. Beim Bahnhofsfest in Gramzow bot er fünf Honigsorten an: Löwenzahn, Raps, Akazie und Kornblume. Für den Kornblumenhonig fährt er mit seinen Bienen bis nach Wallmow. Auch in Mescherin hat er Völker stehen. Aktuell sind es 18 Völker, die er hegt und pflegt.
Varroabekämpfung und Zukunftspläne
Das Bienenjahr sei lang und mühselig: Anfüttern, Beutenbau, Varroamilbenbekämpfung, Schleudern und Abfüllen. Trotz des Aufwands will Semder nicht ganz aufhören, aber langsam abbauen: „So drei, vier Völker möchte ich noch behalten, mehr nicht. Man darf den Aufwand nicht unterschätzen.“ Er könne sich kein erfüllenderes Hobby vorstellen. Deshalb gilt: Überall, wo es blüht, ist Karl-Heinz Semder zu finden.