Bäckerei in Groß Nemerow: 25.000 Euro für Abwasserleitung, Insolvenz droht
Bäckerei Groß Nemerow: 25.000 Euro für Abwasserleitung

Die Bäckerei in Groß Nemerow steht vor einer großen finanziellen Herausforderung. Nach einem jahrelangen Nachbarschaftsstreit und einer kürzlich eingegangenen Gerichtsentscheidung des Oberlandesgerichtes in Rostock muss das seit über 100 Jahren existierende Familienunternehmen auf eigene Kosten innerhalb von wenigen Wochen eine eigene Abwasserleitung installieren lassen. Die Arbeiten kosten rund 25.000 Euro.

Finanzierung soll sichergestellt werden

„Die Situation der Bäckerei ist angespannt“, fasst Sven Buske zusammen. Er ist der Schwiegersohn von Jörg Wildekopf, dem Geschäftsführer der Nemerower Backstuben GmbH. Sven Buskes Partnerin Melanie Wildekopf gehört das Gebäude in dem kleinen Ort südlich von Neubrandenburg. Der gelernte Aufzugmonteur kennt die Familie laut eigener Aussage schon über 30 Jahre.

In Guben (Brandenburg) hat Buske einst den Bäcker-Beruf gelernt, heute hilft er in seiner freien Zeit unbezahlt vor Ort in Groß Nemerow mit. „Ich kümmere mich hier um alles“, erzählt er. Das alles tut er laut eigener Aussage, weil er sich mit der Bäckerei so verbunden fühlt.

Die nun anstehenden Bauarbeiten wegen der Abwasserleitung sind laut Sven Buske jedoch ein Problem. „Ich mache mir Sorgen um die Bäckerei“, betont er. Aktuell befinde sich das Unternehmen in Gesprächen mit potenziellen Auftragnehmern, gleichzeitig werde intensiv versucht, die Finanzierung der neuen Abwasserleitung sicherzustellen.

Insolvenz als Gefahr

„Sollte uns dies nicht gelingen, besteht die Gefahr, dass wir Insolvenz anmelden müssen“, gibt Sven Buske zu. Er wolle aber alles in seiner Macht Stehende dazu beitragen, dass es nicht dazu komme. Denn dann würden allein in Groß Nemerow 15 Arbeitsplätze wegfallen.

Die Bäckerei ist nicht nur in Groß Nemerow tätig, sondern in der ganzen Region. Mit Fahrzeugen fahren Mitarbeiter von Oranienburg bis Demmin über die Dörfer und verkaufen auch Handelswaren. „Die Kunden sind so froh, dass wir kommen“, erzählt Sven Buske über seine bisherigen Erfahrungen mit den Bewohnern im ländlichen Raum.

Förderanfrage wurde abgelehnt

Eine dringende Förderanfrage an das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI) in Schwerin wurde von der Bäckerei schon gestellt – doch nach nur wenigen Stunden kam eine Absage. Das Institut sehe auch unter Berücksichtigung der Umstände „derzeit leider keine geeignete Fördermöglichkeit für die beabsichtigte Maßnahme“, heißt es in dem Schreiben, das dem Nordkurier vorliegt.

Aufgeben wollen Sven Buske und das Bäckerei-Team trotz der schlechten Nachricht aus der Landeshauptstadt nicht. Unter anderem soll nun versucht werden, sich an den für das Stargarder Land zuständigen Landtagsabgeordneten Jan Michael Martin (AfD) zu wenden und um Hilfe zu bitten. Auch mit der Bank wurden schon Gespräche über eine mögliche Finanzierung geführt.

Unterstützung vom Land wird gewünscht

Sven Buske würde sich wünschen, dass das Land die Bäckerei bei dem Bau der Abwasserleitung, die bis zum 19. November installiert sein muss, unterstützt. Wenn die Baukosten vorgestreckt würden und die Bäckerei diese nach und nach abbezahlen könnte, wäre das gut, sagt er. „Es soll ja nicht geschenkt sein“, ist für ihn klar. Die Hoffnung will Sven Buske nicht aufgeben. „Wir kämpfen“, betont er.