Charity-Fest am Schloss Fincken bringt über 5000 Euro für Kinder und weckt Pläne für Wohnprojekt
Charity-Fest: 5000 Euro für Kinder und Pläne für Schloss-Projekt

Mit Liedern und Gedichten hatten sich acht Kinder der Müritz-Schule aus Sietow auf diesen Besuch vorbereitet. Gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen waren sie nach Fincken gekommen. Dort wartete auf sie eine Überraschung: 2750 Euro wurden der Schule übergeben. Über die gleiche Summe konnte sich der ambulante Kinderhospizdienst Nalani von Querleben in Mirow freuen.

Porsche und Traktoren fahren

Das Geld stammt aus einem Charity-Fest, das im Sommer am Schloss Fincken veranstaltet wurde. Unter anderem konnten Besucher mit Porsche und historischen Landmaschinen mitfahren, für Kinder gab es Ponyreiten. Zusätzlich zu den mehr als 5000 Euro kamen Sachspenden wie Spielzeug und Puzzle zusammen, die ebenfalls zwischen beiden Einrichtungen aufgeteilt wurden.

Bei der Müritz-Schule steht bereits fest, wofür das Geld eingesetzt werden soll. Am 10. Dezember wollen die Kinder eine Theatervorstellung in Neustrelitz besuchen. Von der Spende können unter anderem die Busfahrt und weitere damit verbundene Kosten bezahlt werden. Die Freude darüber war den Mitarbeiterinnen bei der Übergabe anzumerken.

Gemeinsame Erlebnisse trotz Belastung

Beim Kinderhospiz soll das Geld unmittelbar Familien zugutekommen. Es wird für die Erfüllung besonderer Wünsche von Kindern mit lebensverkürzender Erkrankung und für die jährliche Auszeit ihrer Familien eingesetzt. Sie sollen trotz der besonderen Belastung gemeinsame Erlebnisse und ein Stück Normalität erfahren können.

Hinter dem Charity-Fest steht zugleich ein deutlich größeres Vorhaben. Das seit rund 30 Jahren ungenutzte Schloss Fincken soll in den kommenden Jahren schrittweise wieder mit Leben gefüllt werden. Die Projektleiterin Stefanie Kumpf erklärt dem Nordkurier das Vorhaben und die Suche: „Es wurde ein Ort gesucht, an dem es einfach nur schön ist.“ Der neue Eigentümer Björn Koch war interessiert an einem Ort, an dem seine in vielen Teilen Deutschlands verstreute Familie wieder näher zusammenrückt und an einem gemeinsamen Ort leben kann, ohne dass jemand seine Selbstständigkeit dafür aufgeben muss. Des Weiteren sollen sie ihre Interessen wie Landwirtschaft, Reit- und Motorsport weiter betreiben können.

Suche nach dem passenden Konzept

Das Schloss und die Lage gefielen der Familie, für sie allein erwies es sich allerdings als einige Nummern zu groß. Zwischenzeitlich entstand die Idee, daraus ein Hotel zu machen. Gespräche mit Banken und Marktkennern zeigten jedoch, dass sich ein solches Konzept an diesem Standort kaum tragen würde. Aus der ursprünglichen Idee des generationenübergreifenden Wohnens entwickelte sich deshalb ein größeres Wohnprojekt.

Geplant sind Apartments für Menschen unterschiedlichen Alters mit zubuchbaren Serviceleistungen. Sie sollen zugleich eine Alternative zum betreuten Wohnen oder einem Pflegeheim bieten. Die Wohnungen erhalten eigene Küchen, zusätzlich sind eine Gastronomie, eine Orangerie mit Seeterrasse, ein Wellnessbereich mit Sauna und eine Mehrzweckhalle zum Schrauben an Fahrzeugen vorgesehen. Im Pferdebereich ist eine Ausbildungsstätte für Pferd und Reiter vorgesehen. Auch Kinder aus Fincken und den umliegenden Dörfern sollen dort Reitunterricht nehmen können.

Ein Charity-Fest soll es auch im nächsten Jahr geben

Geplant sind außerdem eine Mutterkuhherde mit späterer Direktvermarktung. Wann das gesamte Vorhaben abgeschlossen sein wird, lässt sich derzeit noch kaum abschätzen. Mit dem Charity-Fest haben sich die Initiatoren aber bereits während der Entwicklung des Projektes im Ort und der Region eingebracht. Nach Angaben von Kumpf soll die Veranstaltung im kommenden Jahr größer aufgezogen werden. Dann soll möglichst auch die Spendensumme von über 5000 Euro noch übertroffen und wieder Einrichtungen aus der Region übergeben werden.