Erst im Januar 2026 hat die chirurgische Praxis von Dr. Thomas Müller im ehemaligen Konsum in Wittenburg eröffnet, nun steht sie kurz vor dem Aus. Ein Unwetter am 13. Juli 2026 führte zu einer Überschwemmung der Praxisräume. Die Mitarbeiter konnten zwar verhindern, dass die großen Instrumente wie das Röntgengerät unbeschadet blieben, aber im Flur und in einigen Räumen stand das Wasser rund 20 Zentimeter hoch.
Feuchte Wände verhindern Sprechstunden
„Die Feuchtigkeit ist in die Wände hochgezogen, daher können wir in diesen Räumen keine medizinischen Behandlungen durchführen“, erläutert Thomas Müller. Für die Sanierung müssen die Räume zudem leer sein, daher muss die Praxis umziehen. „Das bedeutet, dass wir diesen Standort im ehemaligen Konsum aufgeben“, sagt der Mediziner.
Ein Umzug ist jedoch nicht einfach, denn nach den Zuordnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen darf er nur in Hagenow oder Wittenburg praktizieren. „Jeder Arzt, der sich irgendwo selbstständig machen und auch Kassenpatienten behandeln will, muss von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zugelassen werden“, erklärt Müller. Die KV prüft, ob die geplante Praxis am Wunschort gebraucht wird. Ohne diese Ortszulassung kann eine Praxis nicht öffnen. „Wenn wir in Wittenburg, Hagenow oder irgendwo dazwischen geeignete Räumlichkeiten finden würden, wäre der Umzug zustimmungsfähig, sonst nicht“, macht Müller deutlich.
Gebäude müssen für medizinische Nutzung geeignet sein
Das Problem: Nicht in jedem freien Gebäude darf eine Arztpraxis eröffnet werden. Ärzte benötigen neben der Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung auch ein Gebäude, das entweder bereits für eine medizinische Nutzung vorgesehen ist oder dafür zugelassen werden kann. „Das war bei allen Räumlichkeiten, die die Stadt uns bisher vorgeschlagen hat, nicht der Fall“, so Müller.
„Ich habe auch nicht genug Geld, noch einmal eine Praxis neu einzurichten“, führt Müller aus. Die Klinik im alten Konsum hatte gerade erst den Betrieb aufgenommen und die Kosten für den Umbau noch nicht wieder eingebracht. „Die Versicherung zahlt zwar die Möbel und die Sanierung des Gebäudes, aber das nützt mir ja nichts, denn ich bin aus dem Gebäude ja raus“, so Müller.
Hoffnung auf ein Wunder
Um die Versorgung der oft chronisch kranken Patienten weiter zu gewährleisten, braucht Thomas Müller neue, geeignete Praxisräume, die im Prinzip sofort bezugsfähig sind. „Ich hoffe da im Moment tatsächlich auf ein Wunder, denn sonst muss ich die Praxis schließen und die Patienten sozusagen ihrem Schicksal überlassen, auch wenn ich das nicht will“, macht der Venenspezialist deutlich.