Gemeinde Rubkow: Vom Altenheim zum Tagungshotel – Gutshäuser im Wandel
Gemeinde Rubkow: Gutshäuser im Wandel

Seit über 13 Jahren gibt es ein großes Rätsel um das Gutshaus, das in den Flammen verschwand. Etliche Häuser in der Gemeinde Rubkow schreiben weiter an ihrer oft wechselhaften Geschichte. So wurde aus einem Altenheim ein Tagungshotel, während andere weiterhin Wohnungen beherbergen.

Vom Altenheim zum Tagungshotel

Das Buch „Güter, Herrenhäuser und Familien um Lassan“ aus der Reihe „Beiträge zur Lassaner Heimatgeschichte“ von Bernd Jordan und Klaus Berge gilt als Standardwerk zur Historie der Dörfer im Lassaner Winkel. Allerdings ist das detailreiche Werk mittlerweile fast 20 Jahre alt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich speziell an und in den Herrenhäusern in der Gemeinde Rubkow einiges getan: Es gab Besitzerwechsel, Sanierungen, Leerstände und auch Verluste.

Im Buch wird im letzten Eintrag zum Rittergut Bömitz erwähnt, dass Nicola und Lornez Flierl das ehemalige Herrenhaus als Hotel betreiben, nachdem sie es im September 2006 übernommen hatten. Adelheit Neumann und Sean Backmann, ein Ehepaar aus Wiesbaden, hatte das bis dahin leer stehende Herrenhaus und ehemalige Altenheim 1994 gekauft und nach umfangreicher Sanierung 1995 ein Hotel eröffnet. 2015 stand die Immobilie wieder zum Verkauf. Neue Besitzer wurden im Jahr darauf Alexandra Simm und Michael Beckert. Nach einer Renovierung und Modernisierung in den Jahren 2016/17 kann das ehemalige Herrenhaus nun unter anderem für Tagungen und Seminare gebucht werden.

Brandstiftung in Buggow bleibt ungeklärt

Weit weniger Glück hatte man in Buggow. Laut „Güter, Herrenhäuser und Familien um Lassan“ bot sich vor rund 20 Jahren ein desolates Bild: „Das Herrenhaus ist durch Um- und Ausbauten entstellt und durch den mit Leerstand verbundenen Vandalismus verwüstet.“ Zuvor waren darin Wohnungen untergebracht und seit 1961 auch eine Konsum-Verkaufsstelle. Im Juni 2013 brannte das zu jener Zeit in Privatbesitz befindliche Gutshaus teilweise ab. Da bei der Ursachenermittlung eine Selbstentzündung oder Fahrlässigkeit ausgeschlossen wurde, fiel das alte Gebäude offensichtlich einer Brandstiftung zum Opfer. Nachdem die Suche nach dem Täter erfolglos blieb, wurde das Verfahren eingestellt und die Ruine des Gutshauses im Jahr darauf vom neuen Besitzer abgerissen.

Wohnungen und neue Spielplatz-Idee

Ein Konsum befand sich nach dem Krieg zunächst auch im Daugziner Gutshaus, das sich bis heute im Eigentum der Gemeinde Rubkow befindet. Seit einem Umbau im Jahr 1975 beherbergt das Gebäude insgesamt zehn Wohnungen, wie Bürgermeister Holger Wendt berichtet. Auch seien weitere Sanierungsarbeiten geplant, die unter anderem durch den kürzlich beschlossenen Verkauf der sogenannten Kaserne in Krenzow finanziert werden sollen.

Das ehemalige Herrenhaus in Krenzow wird nach wie vor bewohnt und gehörte lange Zeit der Gemeinde. 2017 wurde es zum Verkauf ausgeschrieben, weil die Kommune notwendige Sanierungsarbeiten nicht mehr bewältigen konnte. 2020 wurden schließlich Käufer für das Objekt gefunden, zu dessen einstigen adligen Bewohnern auch die Mutter des Raketenforschers Wernher von Braun gehörte. An diese Beziehung soll nun ein hölzernes Flugzeug erinnern, das erst kürzlich als Spielgerät auf dem neuen Spielplatz ganz in der Nähe des Krenzower Herrenhauses aufgestellt wurde.

Schulgeschichte und Abriss in Wahlendow

Das Rubkower Gutshaus befindet sich ebenfalls seit einigen Jahren in Privatbesitz. Zuvor jedoch gingen dort Hunderte Mädchen und Jungen ein und aus, denn schon seit 1931 diente es als Schulgebäude. Zunächst gab es nur zwei große Klassenräume jeweils für die Klassen 1 bis 4 und 5 bis 8. Nach Um- und Ausbauten zu DDR-Zeiten konnten in der Polytechnischen Oberschule (POS) „Friedrich Engels“ letztlich zehn Schulklassen unterrichtet werden. Nach der Wende trug die Schule den Namen des Agrarwissenschaftlers Johann Heinrich von Thünen, der das Gut Rubkow Anfang des 19. Jahrhunderts gepachtet hatte. Das Aus für die Schule kam dann 2003. Danach gab es dort für ein paar Jahre nur noch eine kleine Grundschule.

Auch im Ortsteil Wahlendow gab es einst ein Herrenhaus. Doch das wurde bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts abgerissen.