Müritz-Pegel trotz Trockenheit im normalen Bereich
Müritz-Pegel trotz Trockenheit normal

Während viele Gewässer im Nordosten unter der anhaltenden Trockenheit leiden, bleibt Deutschlands größter Binnensee weitgehend entspannt. Der Pegelstand der Müritz lag in dieser Woche bei 1,92 Meter und damit im normalen Bereich, wie Domenik Oldenburg, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Elbe, Außenbezirk Waren, am Donnerstagmorgen mitteilte. Für die gesamte Schifffahrt sei der Stand der Jahreszeit entsprechend unproblematisch.

Regen macht sich bemerkbar

Das gelte auch für Mirow in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte mit ihren vielen verbundenen Seen, Kanälen und der Anbindung zur Müritz-Havel-Wasserstraße. Den Grund für die vergleichsweise gute Lage der Müritz mit ihren rund 117 Quadratkilometern und großer Verdunstungsoberfläche sieht Oldenburg vor allem im „doch ganz passenden Wetter. Wir hatten immer mal wieder Regen. Das macht sich bemerkbar“.

Dennoch warnt der WSA-Chef vor übertriebenem Optimismus: „Solche Lagen können sich rasch ändern. Auf das Wetter haben wir schließlich keinen Einfluss.“ Zudem habe die Müritz mit der Elde nur einen einzigen Zulauf. „Wir sind auf das angewiesen, was von oben kommt, um den Pegelstand zu halten oder zu erhöhen.“

Kontrolle von Pegel, Sturm und Biber

Oldenburg und sein Team behalten die Lage auch in Mirow genau im Blick. „Wir stimmen uns nach den Messungen in Waren und in Mirow täglich ab, betrachten auch Luft- und Wassertemperatur.“ Regelmäßig seien zwei Schiffe im Einsatz, um möglichst viel zu überwachen. Dazu gehören neben dem Wasserstand auch Sturmschäden und der Biber.

„Der Biber macht sich immer stärker bemerkbar. Wir sorgen dann dafür, dass ein umgeknickter Baum oder andere Nageschäden nicht zur Gefahr auf dem Wasser werden.“ Auch heftige Winde könnten Probleme bereiten. Erst kürzlich seien seine Leute ausgerückt, nachdem Teile einer Baumkrone in den Göhrener Kanal zu stürzen drohten. Der Kanal, der den Kölpinsee mit dem Fleesensee verbindet, ist ein wichtiger Bestandteil der Müritz-Elde-Wasserstraße.

Urlauber unterschätzen die Müritz

Auf den Wasserstraßen und Seen ist in diesen Tagen viel los. „Das ist ja in einer Tourismusregion wie unserer auch gut so“, sagt der WSA-Chef. Doch er kennt auch die Risiken, etwa wenn das Wetter umschlägt. Nicht selten würden Leute die Müritz unterschätzen. Gerade Urlauber verbuchten das sogenannte Kleine Meer häufig als „das ist ja nur ein kleiner See“.

Oldenburg, der seit 1993 beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren arbeitet, rät, den Blick nicht nur aufs Wasser, sondern auch in den Himmel zu richten: „Wetter kann sich schnell ändern. Und heute gibt es etwa mit den Apps gute Vorhersagen.“ Prognosen, ob den Booten andere Zeiten bevorstehen, kann er nicht abgeben. Mal Regen, mal Sonnenschein – das wäre für die Gewässer gut und gelte auch im „richtigen Leben“.