Feiner Sand, klares Wasser und wilde Küsten – dafür muss man nicht in die Ferne reisen. Vor allem die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern bietet zwischen Steilküsten, alten Küstenwäldern und weiten Sandbänken einige der reizvollsten Strände Deutschlands. Sieben davon stechen besonders heraus.
Weststrand Darß: Natur pur im Nationalpark
Der Weststrand auf dem Darß gilt als einer der schönsten Naturstrände Deutschlands. Auf weiten Abschnitten wirkt er wie eine vergessene Küstenlandschaft: kein Hotel, keine Promenade, nur feiner Sand, wilde Dünen und die vom Sturm geformten Bäume am Wasser – die berühmten Windflüchter.
Wer den Strand erreichen will, muss zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft kommen. In der Nähe von Prerow gelegen, belohnt er Besucher dafür mit einer der letzten wirklich wilden Ostseeküsten Deutschlands.
Nienhagen: Strand und Gespensterwald in einem
Kurz vor den Toren Rostocks liegt der Strand von Nienhagen – direkt neben einem ungewöhnlichen Naturschauspiel. Der Gespensterwald erhebt sich an der Steilküste, seine Bäume sind über Jahrzehnte hinweg vom Wind zu bizarren Formen geformt worden. Das verleiht der Kulisse eine märchenhafte, zugleich leicht schaurige Atmosphäre.
Im Vergleich zu bekannten Ostseebädern ist es hier deutlich ruhiger. Spaziergänger können durch den mystischen Wald laufen und wenig später in der Ostsee baden – ein seltenes Naturerlebnis.
Sassnitz: Kreidefelsen als Naturbühne
Auf Rügen treffen rund um Sassnitz Meer, Wald und die weißen Kreidefelsen des Nationalparks Jasmund aufeinander. Die steilen Felswände über dem Wasser zählen zu den bekanntesten Landschaften Deutschlands. Statt klassischer Strandkulisse erwartet Besucher hier ein beeindruckendes Naturkino.
Allerdings kam es im Juli wiederholt zu Polizeieinsätzen, weil Menschen illegal an den Felsen kletterten. Trotz der traumhaften Kulisse gilt deshalb: Im erlaubten Bereich bleiben.
Schönberger Strand: Ein Klassiker über der Landesgrenze
Ein kurzer Ausflug nach Schleswig-Holstein führt zum Schönberger Strand. Der Ostsee-Klassiker begeistert mit kilometerlangem Sand, flach abfallendem Wasser und einer markanten Seebrücke. Besonders Familien schätzen die Kombination aus breitem Strand und sicherem Badebereich.
Die Seebrücke ragt weit ins Meer hinaus und wird bei Sonnenuntergang gern zur Fotokulisse. Hier lässt sich Urlaub mit Strandkorb, Wellen und Seebrücken-Feeling erleben.
Lubmin: Ruhe und weite Sandflächen am Bodden
Der Strand von Lubmin an der Greifswalder Boddenküste gilt als Geheimtipp für alle, die viel Platz und Ruhe suchen. Der breite Sandstrand fällt flach ins Wasser ab und eignet sich daher gut für Familien.
Herzstück ist die 350 Meter lange Seebrücke, die 1992 neu errichtet wurde. Zwei Hundestrände runden das Angebot ab. Ein besonderes Highlight sind die Sonnenuntergänge: Von Frühjahr bis Herbst geht die Sonne direkt über dem Greifswalder Bodden unter und taucht den Himmel in intensive Farben.
Ahrenshoop: Steilküste und Künstlerflair
Ahrenshoop gehört zu den malerischsten Orten der Ostseeküste. Zwischen Bodden und offener See liegt ein Strand mit wilder Steilküste und Dünen. Schon vor mehr als 100 Jahren zog die besondere Atmosphäre Künstler in das Dorf.
Wind und Wellen verändern die Landschaft hier immer wieder. Direkt im Wasser nahe dem Strand ist ein alter DDR-Beton-Bunker zu entdecken – er ist vor gut zwei Jahren an der Steilküste zwischen Ahrenshoop und Wustrow abgerutscht. In den Monaten Mai bis Juli blühen außerdem unzählige Mohnblumen an den Wegen am Steilufer und bieten ein prachtvolles Fotomotiv.
Binz: Bäderarchitektur und Strandkomfort
Der wohl berühmteste Strand Mecklenburg-Vorpommerns liegt in Binz auf Rügen. Feiner weißer Sand, historische Seebrücke, weiße Villen und eine lange Promenade prägen das Bild. Wer Ostseeurlaub mit einem Hauch Nostalgie sucht, ist hier genau richtig.
Zur Ausstattung gehören neben einem Textilstrand mit Strandkörben sechs Hundestrände und zwei FKK-Strände.
Breege-Juliusruh: Sonnenverwöhnt im Norden Rügens
Breege-Juliusruh ist das nördlichste Seebad der Insel Rügen. Juliusruh liegt direkt an der Ostsee mit einem weiten Strand, während Breege am Bodden mit Hafen und alter Dorfstraße hält. Der Ort bildet den Übergang von der Schaabe zur Halbinsel Wittow; östlich öffnet sich die Tromper Wiek.
Die Lage verspricht viel offenes Meer und kurze Wege zu Zielen wie Kap Arkona. Der Strand zählt zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands – für Juliusruh wurden früh mehr als 2000 Sonnenstunden pro Jahr gemessen.
Vom wilden Naturstrand bis zur eleganten Promenade zeigt die Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern, wie abwechslungsreich sie ist.