Am Sonnabend trotzten zahlreiche Oldtimer-Freunde der abgeriegelten Dorfstraße und den hohen Temperaturen: Sie nahmen mit ihren betagten Fahrzeugen auf der neuen Festwiese an der Zetteminer Straße in Jürgenstorf Aufstellung. Der Straßenbau auf der Bundesstraße hielt die Veteranen nicht ab, viele Bewunderer fanden sich ein.
Anfragen zur Erreichbarkeit
Der Chef des Jürgenstorfer Oldtimer-Clubs, Jörg Steingraf, hätte sich eine klare Aussage gewünscht, ob die Straße nach dem Aufbringen des neuen Asphalts wieder frei sei. Er hatte es im Vorfeld mit einigen Anrufen zu tun, bei denen die Leute wissen wollten, wie Jürgenstorf zu erreichen sei.
Ikarus 66 als historischer Stolz
Ralf Petzold saß am Steuer eines Ikarus 66-Busses, Baujahr 1969, dem historischen Stolz der Verkehrsbetriebe Neubrandenburg. Das frühere Flaggschiff des ungarischen Busherstellers ist auch heute noch gelegentlich auf den Straßen der Region zu sehen. Der Bus kann zu besonderen Anlässen wie runden Geburtstagen oder Hochzeiten von den Verkehrsbetrieben gebucht werden – natürlich nur mit Fahrer. „Sechs Fahrer haben dafür die Einweisung, die mit dem Ikarus auch umgehen können, schließlich soll ja auch nicht so viel Verschleiß auftreten“, sagt Ralf Petzold. Der Bus sei komplett restauriert und habe erst vor einigen Jahren einen Ersatzmotor aus Ungarn bekommen.
Robur LO 20 für Betriebsausflüge
Ein weiterer Bus-Oldie sorgte für Aufsehen: der Robur Bus LO 20 plus 1. „Wir nutzen ihn in unserem Autohaus hin und wieder noch für Betriebsausflüge“, berichtete Ulrich Duckwitz aus Pasewalk. Das 1968 gebaute Fahrzeug war einst für eine LPG unterwegs – unter anderem für die Essensausgabe. Kurz vor der Wende sei der LO noch einmal generalüberholt worden. Es seien alles noch Originalteile. „Ich bin ja auch in der glücklichen Lage, alles reparieren zu können“, erklärt Ulrich Duckwitz. Etwa 1000 Kilometer im Jahr sei er mit dem Oldie noch unterwegs. Auf 100 Kilometer schluckt der Robur 20 Liter Benzin.
Lanz Bulldog und Rundfahrt
Mit einem Lanz Bulldog D 7506 kam Burkhard Kirchenstein auf die Festwiese getuckert. Den 1938 gebauten Trecker habe sein Vater 1961 für seine kleine Bauernwirtschaft erworben. Einige der PS-Veteranen machten sich am Sonnabend zu einer kleinen Rundfahrt auf, was angesichts der gesperrten Dorfstraße gar nicht so einfach war. Die Ausfahrt führte über Zettemin nach Faulenrost und wieder zurück nach Jürgenstorf.