In Hagenow bekommt man jetzt „etwas auf die Ohren“. Das Team vom „Museum für Alltagskultur in der Griesen Gegend“ hat an drei Orten in der Altstadt einfache Sitzbänke zu „Sagenhaften Bänken“ umgestaltet. An den Bänken ist ein QR-Code angebracht, den man mit dem Mobiltelefon ablesen kann. Dahinter verbirgt sich eine Geschichte, die von bekannten Hagenower Stimmen erzählt wird.
QR-Codes an drei Standorten
An der Bank vor dem Museum kann man die Sage von der „Stadt ohne Tore“ hören, gelesen von dem ehemaligen Museumsdirektor Henry Gawlick. Zwei weitere Bänke befinden sich auf dem Rathausplatz und am Mühlenteich. Am Rathausplatz ist, passend zum Fieken-Brunnen, die Geschichte von der Magd Sophie zu hören, berichtet Andrea Kaufmann. An der Bank am Mühlenteich liest Henry Gawlick die Geschichte vom „Krebs von Hagenow“.
Hintergrund: Sagen und Geschichten
Mecklenburg-Vorpommern hat rund 30.000 Sagen und Geschichten und besitzt damit einen riesigen Schatz. Viele dieser Geschichten spielen auch in und um Hagenow. Die Hörstationen sind Teil der Sonderausstellung „Mecklenburg sagenhaft“, die noch bis zum 6. September in der Alten Synagoge zu sehen ist. Sie zeigt 30 Aquarelle der Grafikerin Andrea Sommerfeld aus Güstrow zu ausgewählten Mecklenburgischen Sagen.
Die Magd Sophie ist durch die plattdeutsche Heftreihe „Fiek'n hätt schräb'n ut Hagenow“ von Kuno Karls bekannt geworden. Der Stadtchronist und Ehrenbürger Hagenows hat in der Reihe tausende von Geschichten und Anekdoten aus dem Alltag im historischen Hagenow gesammelt und publiziert. Die Geschichte von Sophie wird an der Sagenbank von Kuno Karls selbst erzählt.