Enten-Plakat der CDU in Rostock sorgt für Aufsehen
Enten-Plakat der CDU in Rostock sorgt für Aufsehen

In Rostock sorgen die ersten Wahlplakate für die anstehende Kommunalwahl für Aufsehen: Die CDU-Fraktionsvorsitzende Chris Günther ist auf einigen Motiven als Comic-Ente zu sehen. Die Darstellung ist bewusst humorvoll gewählt, wie Günther dieser Zeitung sagte: „Das ist eine stinknormale Ente, da haben wir nur mein Gesicht drübergelegt.“

Humor als Strategie

Klassische Wahlwerbung werde oft übersehen, so Günther. Ziel sei es, aufzufallen und zugleich auf Inhalte über QR-Codes zu verweisen. Die ersten Reaktionen seit dem Plakatstart am Sonntag seien positiv: „Bisher habe ich nur positive Reaktionen“, sagt sie. Im Vergleich zu früheren Kampagnen seien Beleidigungen ausgeblieben. 2024 habe es noch „ohne Ende“ Kritik an konventionellen Motiven gegeben.

Ungewöhnliche Bildsprache

Die Motive wurden mit einer kleinen Rostocker Agentur erarbeitet. Neben der Entenfigur nutzt die Kampagne klassische Plakate mit Text- und Porträtmotiven. Dr. Tanja Maier, Direktorin des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock, hebt die Originalität hervor: Das Bild sei „ungewöhnlich“, weil es eine „klassische politische Personalisierung mit einer stark verfremdeten, spielerischen Bildsprache“ verbinde. „Die ungewöhnliche Gestaltung dürfte Aufmerksamkeit und Wiedererkennung erzeugen, gerade weil sie sich deutlich von der üblichen Inszenierung politischer Wahlplakate abhebt.“ Genaue Aussagen zur tatsächlichen Wirkung seien jedoch nicht möglich.

Persönlicher Bezug

Ursprünglich stand auch eine Möwen-Verfremdung zur Debatte, wie Günther verrät. „Doch der spitze Schnabel hat auf dem Motiv nicht funktioniert.“ Enten findet sie „lustig und sympathisch“. Außerdem gebe es einen persönlichen Bezug: Sie sei mit Enten in der Umgebung aufgewachsen. „Eine Ente macht nicht immer das, was man möchte - so bin ich auch. Geradeaus, pragmatisch.“