Schwedische Wracks vor Rügen: Archäologen stellen Ergebnisse vor
Schwedische Wracks vor Rügen: Ergebnisse vorgestellt

Nach dem spektakulären Fund zweier schwedischer Wracks vor Rügen haben Archäologen am Donnerstag in Schwerin erstmals ihre Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Wissenschaftler des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern haben gemeinsam mit Kollegen des Vrak-Museums Stockholm einen Tauchgang in der Ostsee abgeschlossen, bei dem Wracks schwedischer Schiffe aus dem 18. Jahrhundert erstmals umfassend untersucht wurden.

Zwei Schiffe entdeckt

Die beiden Schiffe – eine Fregatte namens Postillion und ein bewaffnetes Handelsschiff namens Cecilie – waren bereits 2010 und 2016 entdeckt worden. Erst die gemeinsamen Untersuchungen des Landesamtes und des Vrak-Museums machten ihre historische Bedeutung deutlich, hieß es bei der Vorstellung der Ergebnisse in Schwerin.

Die Schiffe sanken im Winter 1714/15 vor Rügen im Treibeis. An Bord fanden die Taucher unter anderem ein rund 400 Kilogramm schweres Bronzekanonenrohr sowie zahlreiche Alltagsgegenstände. Das alles erzähle davon, wie die Besatzung damals gelebt hat, so Wasserarchäologe Jens Auer.

Land will Kooperationen ausbauen

„Das gemeinsame Projekt mit Schweden zeigt, dass die Geschichte unseres Landes nur im europäischen Kontext zu sehen ist“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD). Das Land werde seine Kooperationen im Ostseeraum mit den anderen Ostseeanrainern auch im Bereich der Wissenschaft und Forschung ausbauen, so Martin weiter.

Die Postillion und die Cecilie sind im Dezember 1715 offensichtlich schnell gesunken, da Ausrüstung und Inventar an Bord geblieben sind. Eine Bergung erfolgte aufgrund des harten Winters und des im Jahr 1715 intensivierten Kriegsgeschehens in Schwedisch Vorpommern nicht. Die Wracks gerieten nach dem Untergang bis zu ihrer Wiederentdeckung in Vergessenheit.

Wracks bleiben auf dem Meeresgrund

Die Wracks bleiben auf dem Meeresgrund und sollen dort weiter erforscht und geschützt werden. Mecklenburg-Vorpommern fordert deshalb, dass Deutschland endlich die UNESCO-Konvention zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes ratifiziert. So sollen derartige Funde besser erforscht und geschützt werden.