Staub, Spinnen, brennende Augen: Sieben Helfer putzen die Seemühle
Sieben Helfer putzen die Seemühle in Woldegk

Sieben Mitglieder des Heimat- und Mühlenvereins Woldegk haben sich an die Reinigung der Seemühle gewagt, die auch Fröhlcke-Mühle genannt wird. Sie saugen und feudeln sich Etage für Etage durch das Gebäude, obwohl der Rücken schmerzt, die Augen brennen und Spinnennetze im Haar kleben. Teile des 1888 erbauten Hauses sind nur in gebückter Haltung zu erreichen. Nicht alle Etagen sind geschafft, und in den Nebenräumen wartet noch viel Arbeit.

Jahrelanger Leerstand hinterlässt Spuren

Von oben nach unten wurde abgestaubt. Den gröbsten Dreck saugten Industriesauger auf. In den mehreren Jahren des Leerstands und der absoluten Ruhe in der Mühle hatten Spinnen jede Möglichkeit des Netzbaus genutzt. Ihre Behausungen wurden mit Besen abgekehrt. Die Reste rieselten zu dem, was ohnehin schon auf dem Boden, auf der Mühlenkonstruktion und den Holztreppen lag.

Trotz aller Bemühungen, nicht zu viel Staub aufzuwirbeln, lag so viel in der Luft, dass die Augen juckten und die Kopfhaut auch. Besonders die Frauen freuten sich auf die Haarwäsche. Da die Technik in der Seemühle komplett erhalten ist, waren sehr viele Flächen von Staub und Vogelkot zu reinigen.

Verein sieht Arbeit, aber auch Freude

Dem ersten Einsatztrupp des Heimat- und Mühlenvereins hat die Arbeit Freude gemacht. „Die Motivation ist da“, sagt die Vereinsvorsitzende Doris Krienke. Der Erwerb der Seemühle durch die Stadt wird im Verein unterschiedlich gesehen. Die einen befürchten noch mehr Arbeit, die anderen finden es gut, dass die Stadt Woldegk dieses „Schätzchen“ gekauft hat.

Es gibt Räume, die erst einmal beräumt werden müssen. „Da benötigen wir dann Container, vieles muss entsorgt werden“, so Krienke. Anderes kann in der Mühle bleiben, weil es zu ihr gehört. Auch soll einmal die alte Müllerwohnung wieder eingerichtet werden. Es wird noch eine Weile dauern, bis man darüber nachdenken kann, die Mühle zu zeigen, so Krienke, die als Bauingenieurin beim Landkreis arbeitet und Erfahrungen in der Denkmalpflege hat.

Verein sucht jüngere Mitstreiter

Der Heimat- und Mühlenverein Woldegk zählt 63 Mitglieder. Zu den regelmäßigen Arbeitseinsätzen kommen immer etwa zwölf Leute. Der Altersdurchschnitt ist hoch. Jüngere Mitstreiter sind willkommen, nicht nur zum Arbeiten. Der Verein organisiert auch Veranstaltungen, wie am 19. September das Drachenfest auf dem Mühlenberg.

Die Fröhlcke-Mühle produzierte bis zum Anfang der 1960er Jahre. Danach war sie eine private Gebäudeanlage mit Wohnungen. Die Seemühle ist eine runde Galerieholländermühle mit einem steinernen, geteerten Rumpf und einer drehbaren, geschweiften Haube. Im zweigeschossigen Unterbau und im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Müllers. An die Mühle wurde später zunächst ein Speicher und daran in den 1940er Jahren ein zweigeschossiges Wohnhaus angebaut.