Zuckerfabrik Demmin: Buch präsentiert, DDR-Zeit bleibt offen
Zuckerfabrik Demmin: Buch präsentiert, DDR-Zeit offen (13.08.2026)

In der Demminer Hanse-Bibliothek präsentierte Autor David Krüger sein Buch „Zucker aus Vorpommern – Geschichte der Demminer Zuckerfabrik“. Rund vierzig Besucher verfolgten die Vorstellung, viele von ihnen hatten selbst in der Fabrik gearbeitet oder kannten Menschen, die dort tätig waren.

Ein Werk mit 372 Seiten und historischen Fotos

„Ich habe ein kleines Buch mitgebracht, es umfasst 372 Seiten und etliche schwarz-weiß Fotos“, erklärte Krüger. Nach der Stilllegung der Fabrik 1991 sei das Archiv gesichert worden, wodurch ein wichtiges Kapitel der Heimatgeschichte aufgearbeitet werden konnte. Der Autor dankte Dr. Kathrin Werner und Dr. Axel Wendelberger für ihre Unterstützung.

Das Buch stützt sich auf das komplette Archiv, das bis 1964 reicht – dem Jahr, in dem Demmin Teil des VEB Zuckerüben Fritz Reuter Anklam wurde. Für die Zeit danach fehlen demnach Unterlagen, sodass die DDR-Epoche noch nicht beleuchtet werden konnte.

Von der Gründung bis zur Stilllegung

In seiner Lesung schilderte Krüger die Anfänge, als Demminer Kaufleute eine Aktiengesellschaft gründeten und die Fabrik zu einer rentablen Produktionsstätte machten. Nach der Inbetriebnahme im Oktober 1884 spielten der Schiffsanleger, der Eisenbahnanschluss und weitere Gebäude eine wichtige Rolle. Ein Großbrand im Januar 1911 verursachte erheblichen Schaden, doch der Wiederaufbau erfolgte in Rekordzeit. Ein Fischsterben im Herbst 1913 durch Abwasser in der Peene wurde ernst genommen und gemeinsam mit den Fischereien bekämpft.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten Kriegsgefangene die Zuckerproduktion aufrechterhalten. Das Gelände blieb weitgehend unversehrt, wurde aber nach Kriegsende unter treuhänderische Verwaltung gestellt, was das Ende der Aktiengesellschaft bedeutete.

Das Ende der Produktion

Im März 1947 wurde die Fabrik landeseigener Betrieb, nach der DDR-Gründung Volkseigener Betrieb (VEB). 1964 erfolgte die Übernahme in den Großbetrieb VEB Fritz Reuter Anklam. Die letzte Kampagne lief im Herbst und Winter 1990/91, am 31. Mai 1991 wurde die Produktionsstätte stillgelegt. Über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden die Maschinen demontiert und die Gebäude abgerissen.

Dank David Krüger und der Mitglieder des Heimatvereins bleibt die Erinnerung an die Zuckerfabrik erhalten. Das Buch ist demnächst beim Heimatverein erhältlich.