Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern will den 8. Mai als weiteren gesetzlichen Feiertag einführen. Das geht aus ihrem Programm zur Landtagswahl hervor. Der Tag soll an die Befreiung vom Nationalsozialismus erinnern und ein Zeichen gegen aktuellen Rechtsextremismus setzen. Die Wirtschaft kritisiert den Plan.
Historische Bedeutung und aktuelles Zeichen
Der 8. Mai 1945 markiert das offizielle Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Linke möchte diesen Tag in MV als Feiertag etablieren, um „die historische Bedeutung“ anzuerkennen. Der Vorschlag ist auch als Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen gedacht.
Simone Oldenburg, Spitzenkandidatin der Partei, erklärt: „Der zunehmende Rechtsruck, aber auch die immer wiederkehrende Leugnung der faschistischen Gräueltaten und das offensichtliche Auftreten der Rechtsextremen zeigen, dass die Errungenschaften einer Demokratie wieder mehr ins Bewusstsein gerückt werden müssen.“ Sie betont: „Frieden, Demokratie und Menschenrechte müssen immer wieder aufs Neue erstritten und bewahrt werden.“
Vorbild Berlin und andere Länder
Berlin hat den 8. Mai an den Jahrestagen 2020 und 2025 bereits zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Auch andere europäische Staaten begehen den Tag als offiziellen Gedenk- oder Feiertag. In MV gibt es aktuell elf Feiertage, während Hamburg oder Niedersachsen auf zehn kommen und Bayern auf 13.
Wirtschaft warnt vor Millionenverlust
Die Vereinigung der Unternehmensverbände MV übt scharfe Kritik. Präsident Lars Schwarz warnt vor „bis zu 120 Millionen Euro Wertschöpfungsverlust“. Ein zusätzlicher Feiertag unterbreche Produktions- und Lieferketten, was weitreichende Folgen habe.
Schwarz bezeichnet die Forderung als „unseriös“. Er argumentiert: „Etwas, wovon die Linke genau weiß, dass es nicht bezahlbar ist.“ In der wirtschaftlich schwierigen Zeit gehe es stattdessen um die Erhaltung des Status quo, auch beim Sozialstaat.
Linke verweist auf Erfahrungen mit Frauentag
Die Linke hält dagegen: Trotz Einführung des Frauentags am 8. März hätten Bremen und MV ein leichtes Wirtschaftswachstum erreicht. Oldenburg sagt: „Jede Maßnahme zur Stärkung der Demokratie ist notwendig – auch, um gerade für Investoren und den Tourismus attraktiv zu bleiben.“ MV dürfe „kein Land werden, in dem Wirtschaft, Politik, Bildung, Tourismus von rechten Kräften dominiert werden“.