Wahlkampf auf zwei Rädern: MVs Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) stattete dem Kloster in Tempzin am Donnerstag einen Besuch ab. Dafür kam er nicht mit der Limousine, sondern mit seiner SPD-roten Simson auf das Gelände gefahren. Zusammen mit der Landtagsabgeordneten Christine Klingohr (SPD) startete er am Morgen von Golchen aus nach Tempzin und traf beim entspannten Frühstück mit Vertretern von Politik, Vereinen und Verbänden der Gemeinde und darüber hinaus zusammen.
Frühstück mit Salami, Kaffee und Politik
Mit belegten Broten vom Golchener Hof und frisch gebrühtem Kaffee des örtlichen Landfrauenvereins kamen die Bürger und der Minister ins Gespräch. Mal zum Plausch, mal wurde es politisch. Dabei bekam die Landespolitik ein eher positives Zeugnis ausgestellt. Deutlich negativer wurde die Politik auf Bundesebene gesehen.
Sieghard Dörge, Bürgermeister der Gemeinde Kloster Tempzin, kritisierte etwa viele Entscheidungen der Regierung. „Wir haben mit dem Land kaum Schwierigkeiten. Die Bundesregierung hingegen zerredet alles“, sagt er. Es werde viel und lang diskutiert, aber am Ende gibt es nichts als Unruhe in der Bevölkerung. So könne er – wie viele andere auch – weder mit der Krankenhausreform noch mit dem aktuellen Stand zur Wehrpflicht etwas anfangen.
Till Backhaus verweist auf Erfolge der Landesregierung
Minister Till Backhaus betonte, dass er die anstehende Landtagswahl mit Sorge sehe. „Die Unzufriedenheit ist sehr groß. Man sollte aber mal darüber nachdenken, was für ein Glück wir haben, in diesem Land zu leben. Mit Frieden, Freiheit und Demokratie. Wir müssen zum Wir zurück“, erklärte er.
Bei seinem mittlerweile dritten Besuch im Kloster Tempzin verwies er auf die Erfolge, die die Landesregierung etwa im ländlichen Raum oder in der Landwirtschaft erzielt habe. „Wir haben drei Milliarden Euro ins Land investiert, davon eine Milliarde in den ländlichen Raum. Allein in den Landkreis Ludwigslust-Parchim sind 220 Millionen Euro geflossen. Es geht jetzt darum, das weiterzuentwickeln, was wir in den vergangenen 36 Jahren auf den Weg gebracht haben“, erklärte der Till Backhaus.
Auch mehrere große Krisen seien in MV gemeistert worden. „Hat irgendjemand gehungert während der Corona-Zeit? Selbst Toilettenpapier war am Ende ausreichend vorhanden“, betonte er. Auch in der Energiekrise habe das Land „abgeliefert“. So wurden 561 Windkraftanlagen genehmigt, gebaut wurden hingegen nur 101. „Im Bereich Erdwärme werden wir in den nächsten Jahren große Maßnahmen umsetzen, um damit bezahlbar verfügbare Energie im Land zu haben“, blickte der Minister nach vorn.
Ein Knochen für den Minister
Bevor es für Till Backhaus weiter nach Dobbertin zum Mittagessen ging, bekam er noch ein Geschenk von den Landfrauen überreicht: einen Leseknochen. Über den durften sich beispielsweise auch schon Sozialministerin Stefanie Drese und LUP-Landrat Stefan Sternberg (beide SPD) freuen. Der Minister bedankte sich und fuhr nach einer kurzen Besichtigung des Kräutergartens zum nächsten Termin - allerdings mit dem Auto statt Moped.
Im Kloster Dobbertin besichtigte er diverse Leader-Projekte. Am Abend schmiss er dann in Leezen den Grill an und servierte etwa 90 Teilnehmern das Abendessen.