Die Trödelhalle in Gadebusch hat eine gesicherte Zukunft: Marvin Schewe hat das Geschäft von Flemming Jakobsen übernommen und will es zum „Brockehuus“ weiterentwickeln. Der 36-Jährige bringt Erfahrungen aus Spanien, Österreich und der Schweiz mit und hat viele Ideen für das Gebrauchtwarenhaus.
Vom Trödelhobby zur Selbstständigkeit
Die Leidenschaft fürs Trödeln hat den gebürtigen Crivitzer bereits vor langer Zeit gepackt – ebenso der Wunsch, sich selbstständig zu machen. Mit der Fläche in Gadebusch sah er die Chance, seine Ideen umzusetzen. „Ich sehe hier einfach sehr viel Potenzial, über die Jahre angesammelte Ideen, meine Talente und das, was ich gerne machen möchte, zu verwirklichen“, sagt Schewe.
So möchte er etwa Tape-Art, also Kunst mit Klebeband, in der Halle etablieren. Seine eigenen Kunstwerke sollen dort Platz finden, und er kann sich vorstellen, künftig Tape-Art-Workshops anzubieten, wie er es bereits in der Schweiz getan hat. Auch mit Upcycling, also dem Schaffen von Neuem aus ausgedienten Dingen, will sich Schewe weiter beschäftigen. „Ich liebe einfach alte, schöne Sachen. Die haben Charme, einen Charakter und eine Geschichte. Wenn etwas Ecken und Kanten hat, dann weiß ich, das hat gelebt. Und in einer Welt, in der so vieles schnell gekauft und genauso schnell wieder weggeworfen wird, würde ich gerne ein wenig entgegenwirken“, schildert er.
Pläne für die Halle und den Außenbereich
Mehr als 600 Quadratmeter stehen Schewe in der Halle zur Verfügung, hinzu kommt der Außenbereich. Auch darüber hat sich der 36-Jährige Gedanken gemacht. „Ziel wäre es etwa, irgendwann auch mal kleinere Events zu veranstalten, vielleicht ein kleines Konzert“, sagt er. Zudem wünscht er sich, dass die Trödelhalle ein Begegnungsort wird – ob mit gemeinsamen Upcycling-Projekten oder einer gemütlichen Häkelrunde. Auch ein Foodtruck gehört zu seinen Ideen für das Areal.
Beruflich kommt Schewe aus der Gastronomie. Nach seiner Kindheit in Crivitz, Spanien und Österreich machte er die Lehre zum Restaurantfachmann. Beruflich zog es ihn in die Schweiz. Dort entstand auch der neue Name der Trödelhalle: In der Schweiz heißen solche Geschäfte „Brockenhaus“ oder „Brocki“.
Lebenswerk von Flemming Jakobsen geht weiter
Inzwischen sind Schewes Mutter und Großmutter zurück nach Mecklenburg gezogen. Auch er wollte einen Tapetenwechsel – eigentlich mit einer Reise. Doch dann traf er Flemming Jakobsen. „Ich freue mich, dass es hier weitergeht, denn es ist mein Lebenswerk“, sagt dieser. Der gebürtige Däne ist seit 2007 im Antik- und Trödelbereich tätig, erst in Rampe, dann seit 2016 in Gadebusch.
Ursprünglich hatte Jakobsen vor mehr als einem Jahr gedacht, einen Nachfolger für seinen Sonderpostenmarkt und die danebenliegende Trödelhalle gefunden zu haben. Doch der Verkauf platzte. Aus gesundheitlichen Gründen sucht er daher weiterhin einen Nachfolger für den Sonderpostenmarkt. Um seinen Inventarbestand zu verkleinern, hat er im ehemaligen Raiffeisenmarkt in der Gadebuscher Innenstadt einen Lagerverkauf mit mehr als 500.000 Artikeln gestartet – unter anderem mit Schreib- und Haushaltswaren, Werkzeug, Dekorationsartikeln und Gartenbedarf.