Das Landesjugendjazzorchester Mecklenburg-Vorpommern hat nach einer Woche intensiver Proben auf dem Schlossberg in Gadebusch ein Konzert gegeben. Rund 20 junge Musiker verwandelten das Gelände in ihr Probenlager und feilten an ihrem Programm für eine Konzertreihe. Unterstützt wurden sie dabei von der Saxofonistin Katharina „Tini“ Thomsen.
Renommierte Solistin zu Gast
Thomsen, die in Hamburg und Amsterdam studiert hat und unter anderem in der NDR-Big-Band und der Pro-7-Hausband von „Wer stiehlt mir die Show“ spielt, stieß im Laufe der Proben dazu. Sie startete ihre Laufbahn ebenfalls in einem Landesjugendjazzorchester. Zum vierten Mal bezogen die jungen Musiker in den Sommerferien ihr Lager in der Münzstadt. Während sie bei der Premiere auf dem Schlossberg kampierten, mussten sie wegen der Baustelle zwischenzeitlich auf das Schulgelände am Burgsee umziehen. In diesem Jahr konnten sie auf den Schlossberg zurückkehren.
Herausfordernde Kompositionen gemeistert
„Wir sind sehr froh, hier zu sein. Es hat uns großen Spaß gemacht, hier unsere Probephase abzuhalten“, sagte Michael Leuschner, der musikalische Leiter des Orchesters, während des Konzertes in der Aula auf dem Schlossberg. Eine der Kompositionen Thomsens forderte die Nachwuchsmusiker besonders heraus. „Fast ist dieses Stück hinausgeflogen, weil es sehr komplexe Rhythmen hat. Aber als Tini kam, hat sie ein paar Sachen begradigt“, berichtete Leuschner. Die Jazzmusiker meisterten diese Herausforderung beim Konzert mit Bravour.
Zwei Sets und ein tierischer Begleiter
Das Konzertprogramm des Orchesters umfasst stets zwei Sets. Die erste Hälfte besteht aus dem Bandprogramm mit Kompositionen von Arrangeuren oder Komponisten, die im Vorfeld ausgesucht werden. In der zweiten Konzerthälfte steht der Gastsolist mit seinen eigenen Kompositionen im Vordergrund. Im vergangenen Jahr war Jazz-Trompeter Frederik Köster zu Gast. Thomsen musizierte bereits in der ersten Hälfte im Saxofonsatz mit. „Ich bin sehr froh, dass wir sie für das Landesjugendjazzorchester gewinnen konnten“, sagte Leuschner. Die gebürtige Hamburgerin ist nebenbei Schäferin und widmete ihre Komposition „Song For Molly“ ihrem tierischen Begleiter bei der Arbeit. Das Publikum lernte dabei den Unterschied zwischen der Arbeitsweise eines Schäfer- und eines Hütehundes kennen.
Die Zuhörer belohnten die Darbietungen mit tosendem Applaus. Die Aula auf dem Schlossberg war bis auf den letzten Stuhl ausverkauft. Veranstaltet wurde das Konzert von den Festspielen MV. Weitere Stationen der Konzertreihe sind Bollewick, Pasewalk und Neustrelitz.