Am 29. August lädt die Initiative Zukunftshandeln MV zu einem Feldgespräch in die Göhrener Tannen zwischen Göhren und Bahlenhüschen ein. Geplant ist eine etwa zweistündige Wanderung über rund vier Kilometer durch den Wald, bei der Waldexperten Einblicke in die Geschichte der Landschaft, die Folgen des Klimawandels und verschiedene Methoden des Waldumbaus geben.
Von Buchen zu Kiefern: Monokulturen unter Klimadruck
Ein Wald ist niemals nur Wald. Zwischen den Bäumen steckt Geschichte, auch rund um den Forsthof Bahlenhüschen. Wo heute Kiefern wachsen, standen einst dichte Buchenwälder. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde hier Holz in großen Mengen geschlagen und zu Holzkohle verarbeitet. Der begehrte Brennstoff wurde unter anderem für die Glashütte benötigt, die um 1770 in der Region entstand.
Der Holzverbrauch hinterließ deutliche Spuren in der Landschaft. Die einstigen Buchenwälder verschwanden vielerorts, später wurden Kiefern gepflanzt. Was damals als sinnvolle Form der Bewirtschaftung galt, wird heute angesichts des Klimawandels zur Herausforderung: Monokulturen sind bei Hitze, Trockenheit und anderen Wetterextremen deutlich anfälliger als artenreiche Mischwälder.
Waldumbau erleben: Austausch mit Experten im Gelände
Der Mensch hat den Wald also schon immer verändert. Heute geht es allerdings nicht mehr darum, möglichst viel Holz für eine Glashütte zu gewinnen, sondern darum, den Wald fit für die Zukunft zu machen. Wie sich die Landschaft rund um Bahlenhüschen über die Jahrhunderte gewandelt hat und wie der Waldumbau heute aussehen kann, soll bei dem Feldgespräch erkundet werden.
Es soll bei der besonderen Wanderung nicht nur um Fachwissen gehen. Die Teilnehmer können eigene Erfahrungen und Fragen einbringen und mit den Experten vor Ort ins Gespräch kommen. Denn Waldumbau findet nicht irgendwo auf dem Papier statt, sondern zwischen Bäumen, auf Waldböden und in einer Landschaft, die sich immer wieder verändert.
Nach der Wanderung klingt das Feldgespräch bei Erbsensuppe und Getränken gemütlich aus. Die besondere Wanderung beginnt um 10.30 Uhr. Eingeladen sind alle, die Zeit und Interesse haben, mehr über die Geschichte des Waldes rund um Bahlenhüschen, die Auswirkungen des Klimawandels und die Zukunft der heimischen Wälder zu erfahren. Ansprechpartner für Interessierte ist Edouard Barthen.