Einfach Spitze: Ludwigsluster Damen klöppeln für den guten Zweck
Klöppelkreis Ludwigslust spendet 1500 Euro

Der Klöppelkreis Ludwigslust hat dem ASB-Wünschewagen MV eine Spende über 1500 Euro überreicht. Die vier Frauen Jutta-Maria Schneider, Marie-Luise Baaske, Birgit Mergel und Marlies Wißling haben das Geld durch ihre Handarbeiten und den Verkauf ihrer Klöppelkunstwerke eingenommen.

Jahrzehntelange Leidenschaft für das Klöppeln

Das Klöppeln sei eine besondere Handarbeitstechnik, erklärt Jutta-Maria Schneider, die seit mehreren Jahrzehnten diesem Hobby nachgeht. Zusammen mit ihren drei Mitstreiterinnen trifft sie sich einmal wöchentlich in der Schlossstraße 2, um der filigranen Kunst zu frönen. Durch Drehen und Kreuzen der Klöppel entstehen verschiedene Arbeiten. Die Bewegungen der Klöppelhölzer nennt man Schläge.

Die 73-Jährige ist begeistert von der zarten Spitze, die einst aus Italien über Belgien ins Erzgebirge kam. „Bei einer Ausstellung im Schloss Ludwigslust im Jahre 1980 habe ich mit ihr das erste Mal Bekanntschaft gemacht“, erinnert sich die gebürtig aus Stolpe Stammende. „Es war damals sehr kompliziert, Klöppel, Sack und Garn zu bekommen“, erzählt die agile Seniorin.

Kreatives Hobby mit Tradition

Seit 2016 treffen sich die Frauen im eigens gegründeten Klöppelkreis, um das zarte Garn zu feinster Spitze zu verarbeiten. „Man sieht ziemlich schnell kleine Erfolge, das motiviert, und so wird es nie langweilig“, betont Marlies Wißling. Die 81-Jährige hat sich seit vier Jahrzehnten diesem Hobby verschrieben. Sie liebe Handarbeit und besonders das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten, so die gebürtige Hagenowerin.

Marie-Luise Baaske begann 1973 mit dem Klöppeln. „Für mich ist das etwas sehr Kreatives, weil man immer wieder andere Muster und Farben verwendet“, verrät die 67-Jährige. Ihr Vater habe ihr einst ein Buch über das Klöppeln geschenkt, ihre Mutter sei Handarbeitslehrerin gewesen. „Es ist schon wichtig, sich zu konzentrieren, aber Zeit für Gespräche und Spaß haben wir auch.“

Schutzengel als Sammlerstücke

Birgit Mergel lernte das Klöppeln im Pionierhaus in der Kanalstraße bei Elisabeth Stefan. „Diese Tätigkeit beruhigt mich ungemein, ich blende alles andere in dieser Zeit aus. Anschließend sehe ich beglückt, was ich geschafft habe“, sagt die 56-Jährige. Seit neun Jahren fertigen die Klöpplerinnen kleine Klöppelarbeiten mit Schutzengeln, die bei Liebhabern Sammlerwert haben. „Die haben bei den Liebhabern schon Sammlerwert und werden beispielsweise auf dem alljährlichen Weihnachtsmarkt verkauft.“

Die Engel finden auf dem Ludwigsluster Weihnachtsmarkt des Schlossfördervereins reißend Absatz.

Spenden für letzte Wünsche

Bereits im vergangenen Jahr übergaben die Damen dem Arbeiter-Samariter-Bund-Wünschewagen MV eine Spende von 1111,11 Euro. „Wir wollen damit soziale Projekte unterstützen. Und auch 2026 konnten wir an die Projektkoordinatorin Karen Herborn 1500 Euro ausreichen“, freut sich Jutta-Maria Schneider.

Mit Hilfe der Spenden können schwerstkranke Menschen jeden Alters bei der Erfüllung ihrer letzten Wünsche betreut und begleitet werden. Seit 2014 bringen engagierte Samariter mithilfe des ausschließlich aus Spenden finanzierten Projekts Menschen am Ende ihres Lebens an ihren Lieblingsort – ob ans Meer, ins Stadion, zum Konzert, zur Familie oder noch einmal nach Hause. „Dieses tolle Projekt mit zu unterstützen, ist uns Vieren eine große Herzensangelegenheit“, so Jutta-Maria Schneider.