Abriss des DDR-Hochhauses in Rostock startet im November
Abriss des DDR-Hochhauses in Rostock startet im November

Das Hochhaus in der Ziolkowskistraße 11 in der Rostocker Südstadt wird ab November abgerissen. Die Wohnungsgenossenschaft (WG) Süd plant den Rückbau des Zwölfgeschossers aus DDR-Zeiten. Nach dem Abriss soll ein Neubau mit 14 Geschossen entstehen, sofern die Kostenkalkulation aufgeht.

Letzter Mieter ausgezogen, Abriss beginnt

Seit einigen Wochen ist das Hochhaus leer gezogen. Auch die Schützengesellschaft Concordia hat neue Vereinsräume gefunden. „Wir planen den Rückbau“, sagt Anja Sawitzki, Vorständin der WG Süd. Im November soll der Abriss beginnen. Das Hochhaus wurde Anfang der 60er-Jahre zu DDR-Zeiten errichtet.

Streit um Nachfolgebebauung

Über die Nachnutzung waren sich die Hansestadt Rostock und die WG Süd lange uneins. Die WG Süd wollte ursprünglich einen Fünf- und einen Achtgeschosser bauen, die Stadt bestand jedoch auf einem Hochhaus. Stadtsprecher Ulrich Kunze begründet dies mit dem „Hochhausquartett“ aus vier baugleichen Gebäuden, das „identitätsstiftend für die Südstadt“ sei. Ein Bauvorentscheid für die kleinere Variante wurde abgelehnt, die WG Süd klagte dagegen. Das Verfahren ruht jedoch, da nun eine neue Idee im Gespräch ist.

Neue Pläne: 14-geschossiges Hochhaus

Ein 14-geschossiges Hochhaus könnte die Lösung sein. „Die Kosten sind wohl identisch und wir hätten deutlich mehr Wohnfläche“, sagt Anja Sawitzki. 80 Wohnungen mit zwei bis fünf Räumen sowie Parkplätze sind geplant. Die Kostenschätzung liegt bei etwa 25 Millionen Euro. Eine Entwurfsplanung soll die genauen Kosten klären. Liegen diese im Plan, will die WG Süd noch dieses Jahr die Baugenehmigung einreichen. Der Baubeginn ist für 2028/2029 geplant, die Bauzeit wird auf zwei Jahre geschätzt.

Zwischennutzung und Filmprojekt

Bis zum Abriss wird das Hochhaus noch genutzt: Die Feuerwehr hat es als Übungsplatz verwendet, auch Technisches Hilfswerk und Polizei probten dort Einsatzszenarien, informiert Björn Rudolph, ebenfalls Vorstand der WG Süd. Zudem werden Filmstudenten aus Babelsberg vor dem Abriss noch einen Film in dem Gebäude drehen.