Kokain-Prozess in Rostock verzögert sich – Schöffin unauffindbar
Kokain-Prozess verzögert – Schöffin unauffindbar

Der Start eines Drogen-Prozesses am Landgericht Rostock hat sich am Mittwoch um etwa zweieinhalb Stunden verzögert. Grund war der unerwartete Ausfall einer Schöffin. Das Paar aus der Region Rostock soll mehr als 260 Kilogramm Kokain auf einer Segeljacht nach Europa geschmuggelt haben.

Ehrenamtliche Richterin nicht auffindbar

Die ehrenamtliche Richterin war weder entschuldigt, noch erschien sie. Auch zu Hause konnte sie nicht angetroffen werden. Deshalb musste ein Ersatzschöffe bestellt werden. Der Prozess, für den hohe Sicherheitsbeschränkungen gelten, sollte gegen Mittag doch noch beginnen.

Vorwurf: Handel mit Betäubungsmitteln

Die 67-jährige Angeklagte und ihr 59-jähriger Begleiter waren vor rund einem Jahr auf dem Atlantik gefasst worden. Sie kamen mit einem Segelboot aus Kolumbien und hatten mehr als 260 Kilogramm Kokain an Bord. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen „Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in großem Stil“ vor.

Die Angeklagten waren mit ihrer etwa 15 Meter langen Jacht 2025 in Rostock gestartet. Im Sommer sollen sie auf der Rücktour aus Kolumbien nach Deutschland unterwegs gewesen sein.

Drogenwert auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt

Den Wert der Drogen schätzt die Anklage auf 15 Millionen bis 20 Millionen Euro. Nach der Analyse der portugiesischen Ermittler soll es sich bereits um etwas gestrecktes Drogenpulver gehandelt haben. „Dieses Kokain wird aber nicht nach Deutschland kommen, es ist noch in Portugal“, sagte Staatsanwalt Olrik Popiolik.

Am ersten Prozesstag sind noch keine Zeugen geladen. Es wird damit gerechnet, dass die Anklage verlesen wird. Für den Prozess sind bisher 13 Verhandlungstage bis Mitte Oktober geplant.