Neues Kammermusikformat: Lynx Quartett startet mit Klangmomente
Lynx Quartett startet mit Klangmomente

Die Neue Philharmonie Mecklenburg-Vorpommern startet im Herbst 2026 mit „Klangmomente“ ein neues, sehr intimes Kammermusikformat. Den Auftakt macht eine Konzertreihe des Lynx Quartetts, dem der Geiger Juan-Esteban Rendón als erster Geiger angehört. Die vier Musiker wollen nah am Publikum die Geschichte des Streichquartetts in „Klangmomenten“ erzählen und moderieren ihre Konzerte selbst. Die Reihe führt an besondere Orte in Rostock, Zarrentin, Ludwigslust und Plattenburg und wird in Kooperation mit SVZ und Nordkurier veranstaltet.

Vom Orchesterprojekt zum Quartett

Die Musiker des Lynx Quartetts haben sich bei der gemeinsamen Arbeit in der Neuen Philharmonie kennengelernt. Das Orchester arbeitet bewusst als Projektorchester ohne staatliche Grundfinanzierung und setzt auf ein freiberufliches Modell. Für Rendón liegt darin das Geheimnis der einzigartigen musikalischen Energie: „Niemand in unserem Orchester kann von einer Dienstmüdigkeit sprechen.“ Ein Projektorchester könne es sich „gönnen, Charaktere und Spielarten vollkommen frei zusammenzustellen“, was eine andere Energie und musikalische Dynamik erzeuge.

Allerdings bedeutet die freiberufliche Arbeit auch mehr Organisation: „Man muss sich als freiberuflicher Musiker um alles selbst kümmern“, sagt Rendón. Neben dem täglichen Üben müssen die Musiker Konzerte organisieren, Anfragen versenden, Förderanträge stellen und sich um die Logistik bemühen. An einem staatlich subventionierten Theater gebe es dafür mehr Personal.

Klangmomente: Die Konzerttermine

Das Quartett wurde 2024 gegründet. Die Aufnahmen von Konzerten, die die Musiker im Orchester teilten, erregten die Aufmerksamkeit von Lutz Schumacher, dem Geschäftsführer der SV-Mediengruppe. Danach ging alles schnell, und das neue Format war geboren. Die Konzerte finden statt am 19.10.2026 in der Kunsthalle Rostock, am 20.10.2026 im Kloster Zarrentin, am 21.10.2026 auf der Burg Plattenburg und am 22.10.2026 im Goldenen Saal des Schlosses Ludwigslust.

Mit den „Klangmomenten“ möchte die Philharmonie künftig kleinere Säle und neue Spielstätten erschließen. „Es heißt nicht umsonst Kammermusik“, meint Rendón. Die Kammermusik sei für kleine Räume gemacht, in denen die Musiker ganz nah am Publikum sind und jeder Ton anders trägt als in einem großen Orchester. Das Publikum höre „wirklich jede Nuance“, nichts verschwimme.

Programm: Von Haydn bis Caroline Shaw

Das Programm spannt einen Bogen durch zwei Jahrhunderte Quartett-Geschichte und wird von den Musikern selbst moderiert. Die Reise beginnt bei Joseph Haydn, dem „Vater der Gattung Streichquartett“, der 68 Quartette komponierte. Es folgen Werke von Alexander Borodin und Dmitri Schostakowitsch. Den Abschluss bildet „Entr’acte“ der zeitgenössischen Komponistin Caroline Shaw. „Was ich an dem Stück so besonders finde, ist, dass ich so etwas noch nie gehört habe. Es klingt oft fast nach einem Chorstück“, erklärt Rendón. Zum Ausklang kündigt er eine „feurige“ Zugabe an.

Insgesamt sind sieben Konzerte geplant, davon drei im Süden. Die diesjährigen „Klangmomente“ seien ein Testlauf, um zu sehen, ob das Format angenommen werde. „Wenn es gut läuft, soll es ein wiederkehrendes Format werden“, so Rendón. Perspektivisch sollen auch andere Ensembles aus der Neuen Philharmonie vorgestellt werden. Tickets kosten 28 Euro, Kinder zahlen 14 Euro.