EM-Medaillen geben Ole Rösler Motivation und Selbstvertrauen
EM-Medaillen: Ole Rösler mit neuer Motivation

Ole Rösler vom WSC Rostock hat bei der Europameisterschaft in Paris zwei Medaillen gewonnen: Bronze vom Turm und Silber im Mixed-Synchron vom Turm. In einem Gespräch mit unserem Mitarbeiter Bernd-Dieter Herold sprachen der 18-Jährige und sein Trainer Michail Sachiasvili über die Erfolge und die Zukunft.

Doppelpack war eingeplant

Auf die Frage, ob er mit dem Doppelpack gerechnet habe, sagte Rösler: „Ich hatte als EM-Zielstellung bereits im Vorfeld geäußert, um Edelmetall mitspringen und auf dem Podest stehen zu wollen. Das war keine Selbstüberschätzung, sondern aufgrund der Trainingsleistungen meine innere Überzeugung. Paris war für mich gegen die starke Konkurrenz ein sehr guter Titelkampf. Danke an meinen Trainer. Ich kann für die Zukunft einiges mitnehmen.“

Sachiasvili ergänzte: „Ohne Fleiß kein Preis. Ole hat sich in der gesamten Saison alles hart erarbeitet und nie den Kopf in den Sand gesetzt. Die Bronzene vom Turm war mehr als verdient. Ich bin überzeugt, dass dies erst der Anfang ist. Die Zukunft gehört ihm. Ich bin sicher, dass bei weiterer fleißiger Arbeit und Verletzungsfreiheit noch größere Erfolge kommen werden.“

Bronze wertvoller als Silber

Im Vergleich zum Vorjahr, als Rösler Vize-Europameister wurde, sagte er: „Aus meiner Sicht ist die Bronzene von Paris noch wertvoller als der zweite Platz 2025 in der Türkei. Damals hatte ich 430 Zähler, die in Paris nur zu Rang sieben gereicht hätten. Jetzt waren es 480 Punkte. Ich blieb sogar vor dem Titelverteidiger und Vize-Weltmeister. Das gibt mir Selbstvertrauen und Motivation, weiter an mir zu arbeiten. Ich habe noch genug Luft nach oben.“

Die 500-Punkte-Marke wäre erstmals bei einem internationalen Titelkampf möglich gewesen. Dazu Rösler: „Das stimmt. Darüber ärgere ich mich auch sehr. Den gehockten dreieinhalb Auerbach-Salto habe ich leider versemmelt. Aber Fehler passieren im Sport. Man lernt daraus. Ich freue mich jedenfalls auf alles, was noch kommt und werde hart an mir arbeiten.“

Sachiasvili lobte seinen Schützling: „Natürlich hätte ich gern gesehen, dass Ole ohne Lapsus durchkommt. Aber: Nach einem so schweren Fehler wieder die Konzentration zu finden, das derart starke Feld Sprung für Sprung aufzurollen und sich die Bronze zu sichern, ist für einen erst 18-Jährigen alles andere als selbstverständlich – Chapeau!“

Mixed-Synchron als besondere Herausforderung

Über den Mixed-Wettbewerb mit Pauline Pfeif aus Berlin sagte Rösler: „Die Paarung wurde echt kurz vorher zusammengestellt. Wir besaßen nur drei Trainingseinheiten. Für mich war es eine besondere Herausforderung. Ich bin schnellkräftiger, setze die Sprünge höher an und musste mich sogar bremsen. Das alles mit Erfolg.“

Sachiasvili erklärte den Hintergrund: „Turm als sogenannte Königsdisziplin findet stets am Ende statt. Das wären fünf Tage ohne Einsatz und nur beschränkt möglichem Training gewesen. Ich hatte Bundestrainer Christoph Bohm um eine weitere Einsatzmöglichkeit gebeten. Mein Dank und Anerkennung gilt ihm. Er vereinte das Team, formte eine starke Gemeinschaft. Alle zogen an einem Strang. Das war der Schlüssel zum Erfolg, auch die Team-Trophy zu gewinnen.“

Zukunft von Jette Müller offen

Auf die Frage, ob er auch Jette Müller weiterhin coachen werde, antwortete Sachiasvili: „Das wird die Zeit zeigen. Sie bat mich, sie auf die EM vorzubereiten. Synchron-Bronze und Sechste im Einzel beweisen, dass Athlet und Trainer ihre Arbeit machten. Jette besitzt großes Potenzial, kann bei professionellem Training noch deutlich höhere Leistungen erreichen. Solche Talente entwickeln sich nicht allein. Sie müssen langfristig geführt, unterstützt und weiterentwickelt werden.“