Der 17-Meter-Holzkutter „Storkow“ könnte als Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern anerkannt werden. Möglich macht das das Engagement eines einzelnen privaten Eigners, Paul Hildebrand. Er versucht, den Denkmalstatus für das 1949 gebaute Arbeitsschiff zu erreichen, das für die Nachkriegszeit, den Wiederaufbau der Werften und den DDR-Fischereifahrzeugbau steht.
Mehr als Ostalgie
Der Fall ist mehr als Ostalgie. Es geht um ein materielles Ankerstück für eine immaterielle Tradition, die gerade erst als Kulturerbe anerkannt wurde. Fachbehörden und Verbände unterstützen den Schritt – die Realität an der Kaimauer bleibt jedoch hart.
Mahnmal der Versäumnisse
Die „Storkow“ ist zugleich ein Mahnmal der Versäumnisse. Beinahe gesunken, danach teuer geborgen, beim Abstützen möglicherweise beschädigt und um Ausrüstung erleichtert – das wirkt nicht besonders professionell. Die Bergung kostete 55.000 Euro, die Instandsetzung eine halbe Million Euro. Das ist der Preis dafür, wenn Erhalt erst beginnt, wenn es fast zu spät ist.
Wer maritime Technikgeschichte bewahren will, braucht schneller verlässliche Verfahren, Schutzkonzepte und Zwischenfinanzierungen – bevor das Wasser schon in der Bilge steht.
Hoffnung auf Denkmalstatus
Nun bleibt zu hoffen, dass der Denkmalprüfweg zügig geschieht und zu einem positiven Ergebnis führt. Die „Storkow“ könnte am Alten Strom in Warnemünde ein lebendiges Schaufenster werden – für die Verdienste der DDR-Fischer. Andernfalls bleibt von der Erzählung der Küstenfischerei nur eine Leerstelle.