Die „Carmelan“ hat beim traditionellen Auftaktrennen der Hanse Sail einen neuen Rekord aufgestellt. Das Siegerschiff legte die knapp 50 Kilometer von Nysted in Dänemark nach Rostock in exakt 3,53 Stunden zurück – deutlich schneller als die üblichen sechs Stunden.
Weltklasse-Zeit unter idealen Bedingungen
Regattaleiter Sven Hellmann zeigte sich begeistert: „Das ist eine Weltklasse-Zeit. Die Bedingungen waren ideal. Wir hatten konstante vier Windstärken aus West. Und die Schiffe sind mit sieben bis acht Knoten gesegelt – sensationell für Haikutter. Ein echtes Express-Rennen.“
Platz zwei ging an die „Björnsund“. Die übrigen Schiffe folgten in kurzem Abstand, das Rennen blieb insgesamt eng.
Historische Schiffe im Einsatz
Neun Haikutter nahmen in diesem Jahr an der Regatta teil – einige mehr als zuletzt. Drei davon waren zuvor in der Werft und sind nun wieder einsatzbereit, darunter die „Carmelan“, die seit 2022 grundrestauriert wurde, wie Carolin Pries vom Hanse Sail-Büro erklärte.
Erstmals dabei war die „Samhald“, das einzige dänische Schiff der diesjährigen Hanse Sail. Die Haikutter sind alle etwa 100 Jahre alt und unterscheiden sich trotz ähnlicher Bauweise optisch. Zu ihren Blütezeiten gab es mehr als 6500 dieser Kutter, heute existieren höchstens noch 25.
Tradition und Beiname
Haie wurden mit den Kuttern zwar nie gefangen, ihr Beiname bezieht sich auf die Fangtechnik an Bord, die als „gefräßig wie Haie“ galt und deutlich effizienter war als die älterer Schiffe.
In diesem Jahr blieben alle Schiffe relativ dicht beieinander und kamen mit wenig Abstand in Rostock an. „Es war ein großartiger Törn, alle Teilnehmer sind völlig begeistert“, sagte Hellmann.