Hanse Sail: Gratis-Toiletten gesperrt, dann wieder geöffnet
Hanse Sail: Gratis-Toiletten gesperrt, dann offen

Beim größten Volksfest in Mecklenburg-Vorpommern, der Hanse Sail in Rostock, waren am Donnerstag die fest installierten öffentlichen Toiletten im Stadthafen plötzlich verschlossen. Besucher mussten auf kostenpflichtige WC-Container ausweichen, die 70 Cent pro Nutzung kosten. Nach einer Anfrage wurden zwei der drei Anlagen am Freitag wieder geöffnet.

Toiletten am Donnerstag gesperrt

Die rote Toilette an der Silohalbinsel, dem Areal der Sailorstage, war am Sail-Donnerstag abgesperrt. An der Tür hing ein Schild mit dem Hinweis: „Vorrübergehend geschlossen. Bitte nutzen Sie die WC-Container.“ Direkt daneben stand ein Toiletten-Container, dessen Benutzung 70 Cent kostete. Für eine fünfköpfige Familie bedeutet das 3,50 Euro pro Toilettengang. Zudem ist der mobile Container nicht rollstuhlgerecht.

Reaktion auf Anfrage

Moritz Naumann, Pressesprecher der Tourismuszentrale, erklärte zu der Schließung: „Die Entscheidung, die drei öffentlichen Toilettenanlagen im Stadthafen während der Hanse Sail zunächst zu schließen, wurde auf Grundlage der Erfahrungen aus den Vorjahren erstmals getroffen.“ Nach der Anfrage zum WC-Geschehen setzte sich offenbar etwas in Bewegung. Am Freitagvormittag wurden zwei der drei Toiletten wieder aufgesperrt.

„Nach einer heutigen internen Abstimmung werden die beiden barrierefreien öffentlichen Toilettenanlagen an der Silohalbinsel und am Kabutzenhof wieder geöffnet“, ließ der Sprecher wissen. Die Toilette an der Silohalbinsel war am Freitag wieder nutzbar, das Schild war entfernt.

Zusätzliche Toiletten von Privatfirma

Die für die Hanse Sail aufgebauten Zusatz-Toiletten werden von einem Privatunternehmen betreut. „Dieser Anbieter ist die Firma Pipi Meyer GbR, die im gesamten Stadtgebiet 17 zusätzliche Toilettenstandorte betreibt. Neun davon bieten Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, ihre Notdurft zu verrichten“, so Naumann.

Die Vergabe begründete der Sprecher mit den besonderen Anforderungen der Hanse Sail an die Sanitätsversorgung. Die regulären Anlagen seien auf den Alltagsbetrieb ausgelegt. „Auch mit deutlich erhöhten Reinigungs- und Wartungsintervallen ließe sich bei einem derart hohen Besucheraufkommen eine dauerhaft saubere und ausreichend ausgestattete Nutzung nicht sicherstellen“, erklärte Naumann. Er betonte zudem, dass alle übrigen öffentlichen Toilettenanlagen in der Stadt weiterhin kostenfrei nutzbar sind.