Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.Volt in der Rostocker Bürgerschaft fordert mehr Bäume im Stadtgebiet, um den Hitzeschutz zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen. Fraktionsvorsitzende Anja Eggert sagte: „Wir brauchen mehr Bäume in Rostock.“ Der Antrag soll am 2. September in der Bürgerschaft diskutiert werden.
Mindestabstände zu Leitungen als Hindernis
Das Problem sind nicht die Kosten für Neupflanzungen, sondern fehlende geeignete Standorte. „Gerade dicht bebaute Viertel heizen sich im Sommer besonders stark auf. Aber hier dürfen oft keine Bäume gepflanzt werden, weil Mindestabstände von 2,50 Meter zu unterirdischen Leitungen eingehalten werden müssen“, so Eggert. Sie fordert, dass die Stadt gemeinsam mit den Versorgungsunternehmen die Regelungen zu den Mindestabständen überarbeitet und geringere Abstände ermöglicht.
Technische Lösungen für mehr Standorte
Laut Eggert gibt es inzwischen neue Erkenntnisse und technische Lösungen, um Leitungen vor Wurzeln zu schützen. In vielen Städten seien schon Abstände unter 2,50 Meter möglich. „Damit könnten auch mehr Ausgleichsmaßnahmen im betroffenen Stadtteil erfolgen“, sagt sie. „Wenn für Baumaßnahmen ein Baum gefällt wird, so müssen dafür mehrere neue Bäume gepflanzt werden. Oft geschieht dies aber in der Rostocker Heide, weil im Stadtteil selbst keine Standorte vorhanden sind. Für den Klimaschutz sind Neupflanzungen im Stadtwald auch gut, für die Lebensqualität der Menschen sind neue Bäume im gleichen Stadtteil aber natürlich viel besser.“
Senatorin begrüßt den Antrag
Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, hat positiv auf den Antrag reagiert. „Es darf nicht jeder Baumstandort einer langwierigen Einzelfallentscheidung unterliegen“, sagte sie in einer Stellungnahme. Ziel der Stadtverwaltung sei es, die Belange des Leitungsbestandes und der Stadtbegrünung in einen angemessenen Ausgleich zu bringen. „Die Stadt wird mit den Versorgern in Austausch treten, um auf Grundlage der anerkannten technischen Regelwerke sowie der öffentlichen Interessen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung auf eine konstruktive Zusammenarbeit hinzuwirken“, so Fischer-Gäde. So sollen alte und zusätzliche Baumstandorte erschlossen werden, ohne die Sicherheit der Versorgungsinfrastruktur zu beeinträchtigen.