Maria und Horst Borchert aus Klink sind betrübt, dass ihr Vermieter sie mit ihrem Kummer allein lässt, wie sie sagen. Die Grünanlage um ihre Wohnung wird zum Zentrum des Alltags für das betagte Paar.
Jahrzehntelange Pflege des Außengeländes
Als sie vor rund 30 Jahren von Waren ins beschauliche Klink zogen, war rasch klar, so berichten sie gegenüber dem Nordkurier, „dass uns auch die Arbeiten am Haus, in dem wir zur Miete leben wollten, gefallen würde. Wir kümmerten uns um den Rasen, die Hecken, was so anfiel. Es tat uns gut. Und wir konnten das alles damit auch wenig nach unseren Vorstellungen gestalten“, beschreibt Horst Borchert.
Er wird in wenigen Wochen 90 Jahre alt. Ein Sturz vor einigen Jahren zwang ihm ein eingeschränkteres Leben auf. Auch die geliebten Arbeiten rund ums Haus gingen nicht mehr. Seine Frau Maria, die durchaus neben Gartenarbeit auch immer wieder den Winterdienst übernommen habe, sah sich ebenfalls zunehmend weniger in der Lage, alles zu bewältigen.
Hilfe ausgeblieben, Entschädigung gestrichen
Vor gut drei Jahren hätte sich das betagte Paar an den Vermieter, die Müritz Immobiliengesellschaft, gewandt, um auf das Dilemma aufmerksam zu machen. „Wir wollten einfach klarstellen, dass wir das nicht mehr können und man dann eben einen Hausmeister oder wen auch immer schicken müsste, damit es weiterhin ordentlich aussieht und niemand im Winter stürzt“, schildert Horst Borchert. „Bis vor wenigen Tagen hat sich von der Vermieter-Gesellschaft niemand bei uns blicken lassen. Aber das Geld, 20 oder 25 Euro, die wir jeweils von April bis Oktober als Aufwand erhielten, etwa um Grünschnitt zum Wertstoffhof bringen zu können, die hat man uns rasch gestrichen“, sagt er.
Inzwischen herrsche Wildwuchs rund ums Haus, verdorrtes langes Gras statt Rasen, vertrocknete Blumen und Kübelpflanzen. „Manche denken vielleicht auch, das ist unser Haus und wundern sich, wie schlimm das hier draußen aussieht“, sorgt sich Maria Borchert.
Vermieterin äußert sich knapp, Paar widerspricht
Vom Vermieter, der Müritzer Immobilien GmbH, heißt es dazu auf Nachfrage von Geschäftsführerin Andrea Fronz: „Ich möchte mich zu dem Fall in Klink nicht äußern. Das ist nichts für die Öffentlichkeit“. Nur so viel wolle sie sagen: „Wir hatten eine Firma für die Arbeiten draußen beauftragt. Die Borcherts haben diese vom Hof gejagt.“ Zudem sei sie am vergangenen Freitag in Klink gewesen, hätte allerdings niemanden angetroffen.
Erneut befragt, sagte Horst Borchert: „Das entspricht nicht den Tatsachen. Meine Frau und ich haben niemanden von einer Gartenbaufirma oder ähnlichem hier gesehen. Warum sollten wie jemanden wegschicken, der endlich die lang ersehnte Hilfe wäre“, sagt er. Von einem Besuch am vergangenen Freitag wisse er nichts, es habe sich niemand angemeldet.