Warnemünde: Kutter-Schätze in Gefahr? Kolumne über Tourismus-Chancen
Kutter-Schätze in Warnemünde? Kolumne über Tourismus

Ein neuer Blick auf Warnemünde: Während die Welt dank Kreuzfahrtschiffen quasi vor der Haustür liegt, schwinden die traditionsreichen Fischkutter am Alten Strom. Ein Kolumnist fragt sich, ob die Stadt ihre größten Schätze versenkt.

Die Welt zu Gast in Warnemünde

Langsam versteht der Neu-Rostocker, wie Warnemünde funktioniert: Einheimische suchen Ruhe, Touristen wollen Meer, Strand und DDR-Nostalgie, und Kreuzfahrtreisende erleben hier ihren ersten Eindruck von Mecklenburg-Vorpommern. An manchen Tagen hört man viele Sprachen – ein touristischer Wettbewerbsvorteil.

Während andere Ostseebäder viel Geld in Werbung investieren, bekommt Warnemünde die Welt frei Haus geliefert. Menschen aus Texas oder Sevilla kämen wohl nie wegen Warnemünde an die Ostsee, doch dank der Kreuzfahrt entdecken sie das idyllische Fischerdorf. Sie schwärmen daheim vom Leuchtturm, vom Alten Strom und den Kapitänshäusern – globale Werbung für die Hansestadt.

Verschwundene Kutter bedrohen den Effekt

Doch etwas stört diesen Werbeeffekt: Die Fischkutter werden seltener. Vor etwa 25 Jahren standen sie am Alten Strom dicht an dicht – das hatte Seele und Charakter. Heute muss man sie beinahe suchen. Dabei sind es genau diese Schiffe, die ausländische Besucher fotografieren wollen und die Geschichte des Ortes erzählen.

Der Kolumnist hofft daher auf den Erfolg der Restaurierung des Kutters „Storkow“, den ein junger Mann für einen Euro erworben hat und der nun Geld braucht, um wieder flottzumachen. Auch die Bemühungen um den Erhalt der „Pasewalk“ sollten gelingen.

Symbolisches Kapital statt Folklore

Es geht nicht um sentimentale Folklore, sondern um das, was Warnemünde attraktiv macht: Diese Kutter sind symbolisches Kapital. Wenn man schon die ganze Welt zu Gast hat – bald vielleicht sogar Olympia –, sollte man sich so attraktiv wie möglich präsentieren.