Warnemünder Bahnhofsbrücke: So wurde sie 1991 erneuert
Warnemünder Bahnhofsbrücke: Erneuerung 1991

Die Drehbrücke über den Alten Strom in Warnemünde wurde 1991 nach umfassender Rekonstruktion wieder drehbar gemacht. Das technische Denkmal verbindet den Bahnhof mit dem Ortskern und wird jährlich von Tausenden Touristen überquert. Anlässlich des Brückenfests 2026 rückt das Bauwerk erneut in den Fokus.

Rekonstruktion durch die Neptun-Warnow-Werft

Christoph Wegner, Leiter des Warnemünder Heimatmuseums, erinnert an die wechselhafte Geschichte: „Das Bauwerk ist zwischen 1900 und 1903 errichtet worden. 1991 rekonstruierte die Neptun-Warnow-Werft GmbH die Brücke innerhalb von drei Monaten.“ Fehlende Originalpläne machten umfangreiche ingenieurtechnische Arbeiten notwendig.

„Verrottete Stahlteile wurden ersetzt, Fahrbahn und Gehwege auf Basis historischer Fotografien erneuert. Die mechanische Feststell- und Hebevorrichtung wurde neu gefertigt“, erläutert Wegner. 1938 war die Brücke letztmalig regulär gedreht worden. Erst seit 1991 ist die Drehbarkeit wiederhergestellt.

Historische Details trotz Vorschriften erhalten

Im Zuge der Sanierung blieben viele historische Details erhalten – etwa der manuelle Antrieb und ein Einschussloch aus dem Zweiten Weltkrieg. In einem Schreiben verweist ein früherer Mitarbeiter des Rostocker Tiefbauamtes darauf, dass bei der Rekonstruktion von 1991 gegenüber damals geltenden Vorschriften Ausnahmen in Kauf genommen worden seien – etwa beim Geländer und beim Brückenbelag.

„Die Entscheidung zugunsten der historischen Anmutung sorgt bis heute für Aufmerksamkeit für das Bauwerk“, ist Wegner überzeugt. Seit 1991 wird die Drehfunktion nach Angaben Wegners aber nur zu Festtagen oder zu Testzwecken genutzt. Geprüft und gewartet wird die Mechanik jedoch regelmäßig.

Nieten als Erinnerungsstücke

Nieten von der alten Bahnhofsbrücke wurden 1991 für eine DM pro Stück verkauft. Einige dieser Erinnerungsstücke sind in Besitz des Heimatmuseums Warnemünde.